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Wie ein Phönix aus der Asche

Syrische Frauen haben es noch nie gutgehabt. Im Laufe der Geschichte fegten immer wieder zerstörerische Kriege über ihr Land hinweg. Das erste, was diese Kriege zerstören, sind die Gefühle und Würde der Frauen. Sie werden kaltblütig ermordet, verletzt und missbraucht, verlieren geliebte Menschen, leiden unter Angst, entwickeln psychische Störungen, werden in die Verzweiflung getrieben. Wie kann man heute über die Lebenswirklichkeit syrischer Frauen diskutieren? Kann man überhaupt über economic empowerment sprechen, wenn gleichzeitig Frauen in Gebieten, die außerhalb der Kontrolle des Assad-Regimes liegen, der Tod durch Fassbomben droht? Wie kann man über einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt sprechen, während gleichzeitig Frauen von Scharia-Wächtern in all jenen Gebieten, in denen die Logik der Waffen und des Islamischen Staats herrscht, umgebracht und missbraucht werden?

2015 war die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit weiblich; mehr als 30 Millionen Frauen befanden sich auf der Flucht. Dieser Fakt macht die Verwirklichung der ehrgeizigen Ziele im Bereich Frauenpolitik, die sich zahlreiche internationale Organisationen gesetzt haben, unmöglich. Die Vereinten Nationen beispielsweise haben Anfang Januar 2016 mit der Implementierung eines neuen Entwicklungsplans begonnen, der bis ins Jahr 2030 vorgreift: Er enthält 17 Entwicklungsziele, darunter auch die Förderung von Gleichberechtigung und den Abbau von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Diese Entwicklungsziele sind jedoch nur Vorschläge, die gesetzlich nicht bindend sind. Wie genau diese umgesetzt werden, hängt von den jeweiligen Mitgliedsländern ab.

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Könnte das Schlachten in Syrien bis 2030 beendet werden oder vielleicht sogar jetzt sofort? Könnte es dann für alle Mädchen und Jungen Zugang zu kostenloser Bildung an Grund- und weiterführenden Schulen geben? Könnte jegliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und privaten Raum beseitigt werden? Wer geflüchteten Frauen zuhört, wenn sie von den schrecklichen Bedingungen in den Flüchtlingslagern erzählen, in denen sie leben, oder wenn sie über den Verlust von Familienmitgliedern sprechen, der versteht, dass sie sich einfach nur wünschen, der Himmel möge aufhören, Lava auf ihre Köpfe regnen zu lassen, und es ihnen gestatten, nach Hause zurückzukehren. Nur so können sie ihre Würde zurückgewinnen.

Die globale Lebenswirklichkeit von Frauen hat sich verändert. Seit die Vereinten Nationen 1975 den 8. März zum Internationalen Frauentag erklärten, ist viel geschehen. In manchen Ländern haben Frauen sich mehr Rechte erkämpft, in anderen hat sich ihre Situation verschlechtert. Zu letzteren zählen auch Syrien und andere arabische Länder. In Syrien können wir Nazik Al Abid, Adila Beyham Al-Jazairi oder Ulfat Idilbi einfach nicht vergessen. Wir erinnern uns mit ihnen daran, dass die syrische Frau ein Phönix ist, der nur darauf wartet, aus der Asche wiederaufzuerstehen.

Dieser Artikel wird in Kooperation mit WDRforyou übersetzt und veröffentlicht.

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