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Europawahlen und die Zukunft der EU

Von Tarek Aziza Die Stimmung während des Wahlkampfs vor den Europawahlen, die rechten Parolen und Diskurse sowie der Eifer, den Vertreter und Anhänger der Rechten demonstrieren, verdeutlichen, dass die EU ernsten Herausforderungen gegenübersteht. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte scheint ihre Zukunft auf dem Spiel zu stehen. Es handelt sich also um einen europäischen Schicksalsmoment. Europa sei “mit Menschen konfrontiert, die es zerstören wollen”, so der EU-Kommissar für Wirtschaft, Währung und Steuern, Pierre Moscovici, über die erstarkenden rechtspopulistischen Strömungen. Die einst aus wirtschaftlichen Erwägungen gegründete Union galt als einzigartiges Modell, das auf Offenheit, Vielfalt, zwischenstaatlicher Zusammenarbeit, Solidarität, Pluralismus sowie geteilten Ideen und Werten beruht. In letzter Zeit sind jedoch rechtsextreme und rechtspopulistische Positionen immer stärker geworden. Positionen, die den europäischen Prinzipien und Werten fundamental widersprechen. Mit Schlagworten wie Einwanderungsstopp, Stärkung der Außengrenzen, Wiederherstellung der politischen Souveränität der EU-Mitgliedsstaaten und dem Schutz der kulturellen Identitäten versuchen die Rechten dieses offene und pluralistische europäische Modell zu untergraben. Die damit einhergehenden Abschottungstendenzen und die zunehmende Salonfähigkeit von nationalistischem wie religiös-extremistischem Gedankengut würden gesellschaftliche Spaltungen entlang bestimmter identitärer Zuschreibungen nach sich ziehen, die zur Erosion der Gesellschaften führen und den sozialen Frieden zerstören. Offensichtlich widersprüchlich ist, dass ausgerechnet die Populisten behaupten, sie seien die Hüter der europäischen Kultur. Dabei kritisieren ja gerade sie die EU in ihrer gegenwärtigen Gestalt oder lehnen sie sogar grundsätzlich ab. Es gilt das Argument, die EU habe darin versagt, Europa vor “den Ausländern” und den Gefahren, die diese mit sich bringen, zu schützen. Sie empfangen jedoch selbst große Unterstützung aus dem Ausland. Es handelt sich dabei um vermeintlich ganz andere “Ausländer”, wie dem russischen Präsidenten Putin oder Vertretern der amerikanischen Rechten, die unter Trump Aufwind erlebt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alles tun, was in ihrer Kraft liegt, um den europäischen Zusammenhalt zu Gunsten eigener Interessen zu schwächen. Ein ...

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Migrantentagebuch, erster Eintrag: Heimat

Von Marwa Abidou „Was bedeutet Heimat?“ Diese Frage schien mir immer sehr verdächtig. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an meine geduldigen Versuche, eine Antwort dafür zu finden. Nur für den Augenblick schien mir die Antwort vernünftig zu sein. Zu schnell erhält sie neue Fragezeichen, die sich ihren Vorgängern anschließen. Als ich noch ein Kind war, war die Umarmung meiner Mutter das größte und einzige Zuhause, aber leider war es nicht immer verfügbar. Als ich älter wurde, war die Stimme meines Vaters und sein Lachen mein Zuhause. Diese füllten unser kleines Haus immer mit Freude und Frieden. Leider entriss der Tod ihn mir plötzlich. Mit dem Erreichen des Jugendalters wurde auch meine Suche nach einer Heimat größer. Ich fand sie, in den Momenten, in denen ich spürte, dass meine Freunde mich, so wie ich bin, akzeptierten. Die Begleitung meiner Freunde blieb nicht lang. Das Leben verstreute uns. Ich entwickelte mich weiter sowie auch die Frage – und meine Entschlossenheit verstärkte sich, eine Antwort zu bekommen. Die Heimat war nicht mehr in meinem Leben anwesend. Eines Tages beschloss ich, alles zu überdenken, was ich zufällig von meiner Familie erbte: meinen Namen; die Namen meiner Vorfahren, die ich nicht kenne; meine Religion, die mein Herz immer schmerzte; meine Heimat, die sich auf ein Land zu reduzieren schien. Mein Überdenken führte dazu, dass ich alles infrage stellen musste. Alles erschien mir sehr verengt, zu verengt. Ich musste raus – entschied mich zu gehen. Ich stand lange vor der Weltkarte aus künstlich hergestellten Grenzen und versuchte einen Rahmen für meine Heimat zu finden. Ich wollte eine Heimat, die meine Fragen und meine Verwirrung akzeptieren kann. Eine Heimat, in der ich nicht gezwungen bin, zwischen meinem Leben und seinem Leben zu verhandeln. Ich träumte von einer anwesenden Heimat, in der ich leben kann, die ich ...

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Was ist DGGF? Digitale Gewalt gegen Frauen bringt das Mittelalter zurück auf unsere Bildschirme

Von Lanna Idriss Es ist erschreckend. Wenn Sie eine Tochter zwischen 14 und 25 Jahren haben, hat diese direkte oder indirekte Erfahrungen mit Digitaler Gewalt gemacht. Wenn nicht sie selbst „Shaming“ erlebt hat, dann war es jemand aus ihrem weiblichen Freundeskreis. Es gibt in Deutschland rechnerisch keine junge Frau, die davon ausgenommen werden kann. Denn geht man nach aktuellen Umfrageergebnissen, so sind mehr als 50% persönlich betroffen. Eine umfassende Studie fehlt hierzulande. Die Bundesregierung scheint die bisher getroffenen Präventiv-Maßnahmen für ausreichend zu halten und die Sachlage für zu komplex, um hier mit gesonderten Straftatbeständen zu reagieren. So ihr Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken aus dem November 2018. Wenn Komplexität die Ausflucht für Untätigkeit ist, ahnt man, das es dringend an der Zeit ist sich mit dem Thema zu befassen. In Anbetracht potentieller Einschränkungen der Grundrechte von Mädchen und jungen Frauen in diesem Land, ist ein weiterer Aufschub, will man als Rechtstaat seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren, nicht zu rechtfertigen. Inzwischen betrifft Cybermobbing auch immer mehr Ältere. Ein Anstieg allein von 2014 auf 2016 um 9,3 %, laut einer Studie des Bündnis gegen Cybermobbing, belegt dies. Cybermobbing, Cyberstalking, Cybergewalt, Internethetze, digitale sexualisierte Gewalt, Shaming. Es gibt viele Namen für die Gewalt, die im Netz verübt wird. Wenn es um digitale sexualisierte Gewalt gegen Frauen geht, sind der sogenannte „Revenge Porn“ und das „Slut Shaming“ die „beliebtesten“ Formen. Ob mit Video und Bild oder mit Worten, sie findet täglich in sozialen Medien statt und hat junge Frauen bis in den Selbstmord geführt. Es sind neue Begriffe für ein ganz altes Prinzip. Das Sprichwort „Jemanden an den Pranger stellen“ greift das Vorgängermodell aus dem Mittelalter auf. Bei Frauen, die des Ehebruchs verdächtigt wurden, war eine gängige Strafe sie öffentlich zur Schau zu stellen. Die Frau, die Sünderin, wurde in Fällen von sexualisierter ...

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تحميل العدد 41 من جريدة أبواب بصيغة PDF

لتحميل العدد 41 من أبواب بصيغة PDF يرجى الضغط هنا: افتتاحية العدد 41 من جريدة أبواب “بين أحلام المعماريين وواقع اللاجئين” بقلم ريتا باريش باب ألمانيا: إعداد أحمد الرفاعي: عدد الأجانب في ألمانيا يتعدى عتبة الـ10 ملايين مخاوف من انتشار فيروس غرب النيل في ألمانيا قلق بسبب موجة الجفاف الحالية في البلاد د. محمد الزّكري: متصوفة برلين: حاضنة التنوع الألماني باب العالم: إعداد تمام النبواني: “مدن وأقاليم من أجل اندماج المهاجرين” نحو أجندة أوروبية موحدة للهجرة ضربات التحالف “الدقيقة” تقتل أكثر من 1600 مدني في الرقة فرنسا: ندرة الأسماء العربية الإسلامية بين أبناء الجيل الثالث من المهاجرين باب مفتوح: جلال محمد أمين في الزاوية القانونية: ما بين السوسيال والجوب سنتر: أسئلة وأجوبة حول المعونات الاجتماعية وفق قانون التشريعات الاجتماعية. الجزء الأول رضوان اسخيطة: حسم الجدل في متطلبات الجنسية الألمانية نوار حرب و د. هاني حرب: علوم الإنسان الحيوية في جامعة ماربورج – ألمانيا د. بسام عويل: سلسلة في الجنس وعن الجنس بدون تابوهات. 3- صحتك النفسية في متناول يديك فحافظ عليها د. نهى سالم الجعفري: تعيش في ألمانيا؟ إذاً أنت بحاجة إلى فيتامين (د) بيداء ليلى: مطبخ من غربتي 2. باب شرقي: جان داود: رمضان هذا العام.. في الغربة تجمعنا الدراما سناء النميري: رمضان في ألمانيا.. كيف يتعامل المهاجرون مع يوم الصيام الطويل وأعباء العمل والدراسة شريف الرفاعي: ثلاثة مشاهد باريسية زيد شحاثة: أكتب يا حسين.. أكتب أنشطة متنوعة لسيدات برلين.. “فطور بنات مع التمكين/Ladies-Frühstück mit Empowerment” هل أنت “جديد في مركز المدينة”؟ خدمات جديدة تقدمها لك بلدية مركز برلين ضمن مشروع #NeuinMitte مشروع على مستوى العينين يدعوكم إلى تدريب على الوساطة الثقافية وإدارة الحوار! باب القلب: زاوية يوميات مهاجرة. 6 بقلم د. نعمت الأتاسي: إدمان.. بطرس المعري: زاوية حديث سوري. المثليّـون وأزنافور وأنا.. كاريكاتير حكايا من ورق بورتريه العدد من إعداد ميساء سلامة فولف: بيلكان مراد.. ضوء قادم من سوريا د.د. مروة مهدي عبيدو: أسطورة أم صدفة؟ باب أرابيسك: زين صالح: لن أتعلم يوماً.. شخصية العدد: عزرا باوند. الدقة الشعرية، ...

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Migrantentagebuch, vierter Eintrag: Zwischen hier und dort

Von Marwa Abidou Das Mittelmeer trennt zwei Welten voneinander Zwei verschiedene und ähnliche Welten. Das Mittelmeer trennt sie voneinander und bringt sie manchmal zusammen. Das hartnäckige Mittelmeer lehnt die Vermittlung dazwischen ab. Wer zwischen den beiden Welten kreuzen will, hat nur zwei Möglichkeiten: entweder den Luxus, den nicht jeder hätte, auf eisernen Flügeln darüberzufliegen, oder den Zwang, mit der Hoffnung aufs Überleben, sein Leben auf dem Meer zu riskieren. Dazwischen hängen vergessene Bilder und sich wiederholende Szenen, die sich nur durch die Farben der Hintergründe, die Stimmen der Akteure und die Farbe des dominierenden Angstgeruches unterscheiden. Bei mir blieben die beiden Welten in meinen Erinnerungen hängen: Manche Bilder von hier und manche von dort – ich stehe dazwischen still, bewegungslos und ohne Zeitgefühl. Hier Ich erinnere mich an eine neue Art von Glück, die ich hier erlebt habe, als ich zum ersten Mal den weißen Schnee vom Himmel fallen sah. Das gleiche Gefühl formte sich jedes Jahr wieder, wenn ich die Gerüche des Frühlings spürte und die neuen Farben der Bäume sah sowie wenn ich die unerwarteten heißen Sommermomente im Norden erlebte. Mein Gedächtnis enthält von hier mehrere Bilder von unbekannten Kindern, die mich unschuldig anlächelten, wenn wir uns zufällig auf der Straße trafen. Das Bild meiner alten Nachbarin hier taucht oft in meiner Erinnerung auf. Eine Frau, die mich immer mit einem Lächeln und vielen Geschichten über ihre Kinder und ihren langen Lebensweg getroffen hat. Sie war an Alzheimer erkrankt. Letztes Mal sah ich sie vor dem Aufzug im Haus. Sie lächelte mich wie immer an und sagte: „Ich erinnere mich nicht an dich, vergib mir. Es ist der Fluch der Krankheit, aber mein Herz erinnert sich an gute Gefühle in deiner Anwesenheit!“ Ein paar Stunden danach entschied sie sich, Abschied von unserer Welt zu nehmen. Dort Im Laufe der ...

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Öl ins Feuer: Die Medien befeuern rassistische Tendenzen

Souad Abbas, Chefredakteurin Der terroristische Anschlag auf Betende in Neuseeland hat weltweit eine Welle der Verurteilung ausgelöst. Die rassistischen Motive des Täters belegen, wie gefährlich der sich ausbreitende Rechtsextremismus ist und verdeutlichen die Rolle der Medien, deren Berichterstattung dieser Tat mindestens Vorschub geleistet hat, aber vielleicht sogar den Täter zu ihr ermutigte. Auch die westlichen Medien haben sich an dieser anti-muslimischen Stimmungsmache beteiligt, die in Muslimen stets nur das Abziehbild eines Extremisten sieht, und keine eigenständig denkenden und handelnden Subjekte. Ihre permanente Assoziierung mit Terrorismus liefert den Islamophoben einen willkommenen Vorwand, ihren Hass auf Unschuldige auszuschütten, deren einzige Verfehlung ihr Glaube ist. Natürlich ist tendenziöse, ideologisch gefärbte Berichterstattung fern jeglicher professioneller Maßstäbe ein globales Problem. Erstaunlich ist aber, dass auch öffentlich-rechtliche Medien in demokratischen Staaten von ihm betroffen sind. Da sie von der Allgemeinheit finanziert werden, müssen sie auch dem Allgemeinwohl dienen, dem ihre Regierungen verpflichtet sind. Anstatt ihm zu schaden, sollten sie ihren Beitrag zu Stabilität, Sicherheit und sozialem Frieden leisten. Wie kann es sein, dass sie ihre gesellschaftliche Macht und den damit einhergehenden Einfluss auf die öffentliche Meinung dafür missbrauchen, in einer Form von “medialem Mobbing” gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen zu hetzen? Bei der Stimmungsmache gegen Geflüchtete und Migranten sind direktere und indirektere Formen zu beobachten: Offensichtlich ist sie, wenn Medien rassistische Diskurse rechtfertigen oder unverblümte Hassbotschaften verbreiten. Eine weniger direkte Form stellt die unausgewogene Berichterstattung dar, die sich auf einzelne Negativbeispiele wie Verbrechen konzentriert und so Stereotypen verstärkt. Mit professioneller Pressearbeit, die ein Mindestmaß an Objektivität und Neutralität erfordert, hat das nichts zu tun. Am subtilsten ist die Stimmungsmache jedoch, wenn sie sich unter dem Deckmantel des Lobes versteckt, wenn über einzelne Erfolgsgeschichten von Migranten und Geflüchteten mit einer übertriebenen Begeisterung berichtet wird, die nahelegt, dass es sich dabei um wundersame Ausnahmefälle handelt. Ob aufgrund von Uninformiertheit oder der Sprachbarriere, ...

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Jordanien quo vadis.. Wird das Land den Weg aus der Wirtschaftskrise finden?

Lanna Idriss Die Jugend Jordaniens ist eine der am besten ausgebildeten der arabischen Hemisphäre und dennoch findet kaum ein Jobsuchender im eigenen Land eine Arbeitsstelle, besonders Frauen sind betroffen. Ihre Arbeitslosigkeit beträgt unfassbare 78% bei Hochschulabsolventinnen. Eine unglaubliche Verschwendung von Talent und Qualifikation. Vergleichsweise hohe staatliche Investitionen in alle Bereiche des Bildungssystems – von der Grundschule bis zur Universität – führten dazu, dass Jordanien ab den 1960er Jahren qualifizierte Arbeitskräfte in die arabische Welt “exportierte” und in Bezug auf das Bildungsniveau an die Spitze rückte.  Die Arbeitslosigkeit bei den Hochschulabsolventen beträgt dennoch bis zu 35% und das gepaart mit einem sehr niedrigen Pro-Kopf-Einkommen. Der staatlich fixierte Mindestlohn beträgt 225 JD pro Monat, das entspricht etwas ca. 270 Euro. Da Jordanien eine junge Gesellschaft ist – ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre, gut zwei Drittel sind jünger als 29 Jahre – kämpft vor allem die Jungend mit den Auswirkungen dieser Perspektivlosigkeit und dies ist eins der größten Probleme des Landes. Denn oft bleibt da nur der Weg in die Golfstaaten und führt zu dem berüchtigten Ausverkauf der Intelligenz. Die Schuldigen? Oft werden die Palästinenser, Syrer und Iraker als erstes in diesem Zusammenhang genannt.  Und es ist richtig, dass die Migration von 6.6 Mio Menschen erstmal verkraftet werden muss. Man stelle sich vor Deutschland müsste ca. 100 Mio Migranten in 60 Jahren versorgen? Aber auch aufgrund knapper Ressourcen sowie wenig entwickelter Industrie und Landwirtschaft ist Jordanien ökonomisch in hohem Maße von externen Faktoren abhängig: Internationale Finanzhilfen, von denen 90% aus der Golfregion stammen, Überweisungen von jordanischen Arbeitskräften im Ausland, Tourismus sowie Phosphatexporte sichern bislang das Überleben des kleinen Landes, aber eben auch nur das. Auch die Wachstumsraten sind eher niedrig. Was also tun? Weitere Investitionen? Das Land erhält schon überdurchschnittlich viel durch die Weltbank und den IWF und hängt bekanntlich ...

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Migrantentagebuch, dritter Eintrag: Schwarz & Weiß

Von. Marwa Mahdi Abidou Wenn du dich entscheidest zu gehen, machst du einen bewussten Schritt, deine alte Welt zu töten, und gibst deinem Geist einen neuen Weg. Die Farbe der alten Welt wird im Laufe der Zeit verblassen, und die Merkmale des neuen Weges werden im Gegenzug deutlicher. Du versuchst, weiter dazuzugehören, dich in dem neuen Weg zu „integrieren“, aber du kannst es nicht ganz schaffen, denn es gibt Dinge, die zwischen den zwei Welten hängen bleiben. Solche Dinge gewinnen jedes Mal an Bedeutung, besonders in dem Moment, in dem du dir vorstellen kannst, dass du unter ihnen kein Fremder mehr bist. Der schwarze Mann im Keller: Nach langem Suchen nach einem warmen Zuhause, um dem Winter der kalten Stadt zu entfliehen, traf ich eine alte Frau, die nach einer Mitbewohnerin suchte, um die Einsamkeit in ihrem großen Haus bewältigen zu können. In unserem ersten Gespräch zeigte die Frau großes Interesse, das Leben auf der anderen Seite des Mittelmeers zu entdecken. Sie fragte mich nach dem Sand auf den Straßen unseres Landes, nach den Kamelen als Verkehrsmittel sowie nach den wilden Nilkrokodilen. Sie war einverstanden, mich in einem Zimmer in ihrem Haus wohnen zu lassen. Als Gegenleistung dürfte ich niemanden zu mir einladen, müsste den Müll täglich rausbringen, wöchentlich das Haus putzen und ihr monatlich eine bestimmte Summe zahlen. Wie vereinbart kehrte ich am nächsten Tag mit meinen Koffern und großer Hoffnung zu ihr zurück. Ich klopfte an die Tür und wartete lange, bis sie nur ein paar Zentimeter ihrer Tür öffnete. Sie entgegnete ohne zu zögern: „Sie können bei mir nicht wohnen. Meine Tochter hat Angst um mich vor den Schwarzen“. Dann schloss sie schnell die Tür, bevor ich ihre Wörter verstehen konnte. Es war ein sehr kalter Moment – fast so als könne ich meinen Körper nicht mehr ...

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Jasmin in Damaskus!

siegrid kruemmling Meine geliebte Familie wird mich nun bald verlassen, sie kehren zurück in Damaskus ‘s alte Gassen.  Vor zwei Jahren lernte ich sie kennen, schon bald konnte ich sie meine besten Freunde nennen. Wie oft haben wir zusammen gesessen, Musik gehört und köstliche Speisen gegessen. Haben geweint und gelacht und 100000 schöne Pläne gemacht.  Sie sind meine Schwester und mein Bruder im Herzen und Glauben,  unsere Sehnsucht fliegt davon auf den Flügeln der Tauben. Fayrouz und ihre schönen Lieder, seit dem ich sie kenne höre ich sie jeden Morgen wieder und wieder.  Ihre Familie und Heimat im Herzen, sie nicht zu sehen bereitet ihren Seelen Schmerzen.  Den Namen Hanan haben sie mir gegeben,  er wird mich begleiten mein ganzes Leben.  Doch nun schlägt ihnen tagtäglich eine Welle von Hass entgegen,  Sie können sich in dieser Stadt  nicht mehr frei und sicher bewegen.  Sie möchten nun nicht mehr hier so leben,  dabei haben sie mir und so vielen  Freunden Liebe, Hoffnung und ihr Herz gegeben.  Ich rieche den Duft von Rosen und Jasmin…. Sie gehen nun bald nach Damaskus und dort sehen sie ihn. Denn die Gärten dort sind voll von ihm. DIE REDAKTION EMPFIEHLT: Wie sich meine Mutter am Krieg beteiligte Die Schwere des siebten syrischen Märzes Syrer in der deutschen Kulturszene ?Warum diese Strafe.. Warum dieser Fluch محرر الموقع https://abwab.eu/

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Die AfD: Es geht um mehr als kulturelle Differenz

Dr. Hani Harb* Der Erfolg der rechtspopulistischen AfD bei der Bundestagswahl 2018 erschütterte Europa weit über der Grenzen Deutschlands hinaus. Mit einer Mischung aus Ausländerhass, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Angst vor einer vermeintlichen Überfremdung war es dieser Partei geglückt, ins Parlament einzuziehen. Nachdem sich die erste Welle der Solidarität mit den Geflüchteten gelegt hatte, realisierte die deutsche Bevölkerung, dass in ihrer Mitte nun Menschen lebten, deren Kleidung und Sitten ihnen fremd waren. Wohingegen die Neuankömmlinge feststellen mussten, dass die Menschen, die sie einst willkommen geheißen hatten, sich wieder ihrem eigenen Alltag zuwendeten und nun von ihnen erwarteten, zu arbeiten, Deutsch zu lernen und ihren Lebensstil der Gesellschaft anzupassen. Keine der beiden Seiten hat verstanden, dass “die Anderen” lediglich versuchten, ihr Leben wieder wie gewohnt zu führen. Eine Veränderung im Sinne von “Integration” stellt sich nicht von selbst ein: Sie braucht gegenseitige Akzeptanz und kann nicht gelingen, solange sich beide Seiten reflexhaft als Nazi oder Terrorist beschimpfen. Während Deutsche für jedwede Unmutsäußerung schnell als Nazis verunglimpft werden, erleben andersherum Neuankömmlinge, die auf die ein oder andere Art an ihren Gewohnheiten und kulturellen Eigenheiten festhalten, dass man sie mir nichts, dir nichts als rückständig brandmarkt oder gar mit Terroristen in einen Topf wirft. Die Zuspitzung der öffentlichen Debatte um Migration und Integrationsprobleme sowie die übertriebene Aufmerksamkeit, welche die Medien vereinzelten von Geflüchteten begangenen Straftaten widmeten, führten in der Summe zu einem beängstigenden Aufstieg der extremen Rechten. Als die AfD bei den Landtagswahlen in Hessen, Bayern und anderen Bundesländern Erfolge erzielen konnte, schlugen CDU und SPD, die beide Popularität und Stimmen einbüßen mussten, Alarm. In anderen europäischen Ländern vollzogen sich ähnliche politischen Entwicklungen: Auch in Österreich, Polen, Italien und Ungarn konnten rechte Parteien Wahlsiege feierten. Aber aufgrund massiver Streitigkeiten innerhalb der AfD scheint sich das Blatt zu wenden: Anfang 2019 berichteten die Medien von ...

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