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Arabische Filme bei der Berlinale ausgezeichnet

Markus Schreiber/AP

Drei wichtige Preise der 67. Berlinale gehen an Filme aus der arabischen Welt. „Ghost Hunting“ von Raed Andoni erhält den erstmals verliehenen Glasshütte Original Dokumentarfilmpreis. Der Audi Short Film Award geht an Karam Ghossein für „Street of Death“ und „Insyriated“ von Philippe Van Leeuw wird mit dem Panorama Publikums-Preis ausgezeichnet.

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Newton: Zwischen Demokratie und Wirklichkeit

© Drishyam Films

Wie organisiert man Wahlen in der größten Demokratie der Welt? In "Newton", der im Forum der diesjährigen Berlinale läuft, lässt Amit V. Masurkar seinen gleichnamigen Protagonisten durch den indischen Dschungel stapfen, um mitten im Nirgendwo freie und gerechte Wahlen abzuhalten. Doch Newton hat die Rechnung ohne korrupte Armeeoffiziere, gewaltbereite Maoisten und desinteressierte Adivasi gemacht.

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EXILLITERATUR: Abbas Maroufi

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Mit was hat es nur alles angefangen? Diese Frage, auf die es eine, keine oder auch hunderte Antworten gibt, treibt Madjid Amani seit Jahren um. Vom Fenster seines Zimmers in einer Aachener Nervenheilanstalt aus beobachtet er in Abbas Maroufis Roman Fereydun hatte drei Söhne die anderen Insassen, schmirgelt in der Werkstatt an einem hölzernen Kerzenständer herum, verreibt Spucke auf seinem Schuh und empfängt seine wenigen verbliebenen Freunde, mit denen er hitzige politische Debatten führt. Madjid, seit vier Jahren in diesem „historischen Winkel“ gefangen, ist nicht irgendwer: In den 1970er-Jahren unterstützt er die iranische Revolution, ist überzeugter Kommunist und für seine flammenden Reden bekannt.

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In den Tiegel geschaut

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Von Farah Youssef. Für jede junge Frau kommt irgendwann die Zeit, in der sie ihr kosmetisches Können unter Beweis stellen muss. Dann wird sie den Nutzen all der Video-Tutorials erkennen, die sie angesehen, aber nicht in die Tat umgesetzt hat. Aus welchem Anlass aber wird eine junge Frau wie ich dicke Schichten von Make-Up tragen, um einen „natürlichen Look“ vorzugaukeln? Habe ich dir nicht gesagt, dass ich fünf Kriegsjahre mit all ihrem Schrecken durchlebt und mein Make-Up zweimal in Trauer entfernt habe? Gut, dann werde ich es dir jetzt sagen: Ich bin Farah, habe fünf Kriegsjahre mit all ihrem Schrecken durchlebt und mein Make-Up zweimal in Trauer entfernt. Und jetzt lass uns wieder zum Thema kommen.

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Berlinale: Ansichten aus der Fremde

© Roger Arpajou

Chinesische Wiedergänger, französische Jazzmusik, Lebenswelten am Polarkreis und zum ersten Mal ein Film aus Bhutan: Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (09. bis 19. Februar) schaffen es auch in diesem Jahr wieder, ein geografisch und künstlerisch unglaublich vielfältiges Programm zu präsentieren. Den Publikumsrekord wird die Berlinale 2017 sicherlich auch wieder brechen. Die Koordinaten bleiben also gleich, wenn sich Berlin aber nächster Woche wieder im Glanz der internationalen Filmwelt sonnt.

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Was vom Familiennachzug geblieben ist

EPA/TOLGA BOZOGLU

„Jetzt endlich kann ich den Familiennachzug beantragen.“ Das war das Erste, was mir in den Sinn kam, als die Mädchen im Zimmer riefen: „Komm, steh auf, du hast die Aufenthaltserlaubnis bekommen!“ Ein ganzes Jahr hatte ich auf dieses Papier gewartet: ein Jahr, in dem ich die Bombenangriffe auf Aleppo gezählt habe, in dem ich über die Bilder der zerstörten Häuser strich wie eine werdende Mutter über ihren Bauch. Ich spürte die Einschläge der Bomben wie das Strampeln eines Fötus in der Gebärmutter. Ich hörte die Schreie der Menschen und den Lärm der einstürzenden Häuser, hörte die Frequenz des Herzens meines Kindes und meines eigenen. Wie konnte es auch anders sein, wenn mein einziger Sohn dort feststeckte? Ein ganzes Jahr, in dem ich mir die Augenlider mit den Händen zuhalten musste, damit ich schlafen konnte. Ich fürchtete mich vor jeder neuen Nachricht aus Aleppo. Gleichzeitig war ich süchtig nach diesen Informationen und Hinweisen, auf die zu warten quälend und die zu erhalten schmerzhaft war.

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Der Fluch des fremden Namens

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Wie kann ich es akzeptieren, nach all den Jahren plötzlich mit einem neuen Namen gerufen zu werden? Mit diesem Problem sind viele Geflüchtete konfrontiert, die neu nach Europa gelangt sind. Ist es nicht schwierig genug, eine fremde Sprache, fremde Orte, eine unbekannte Kultur und Gebräuche zu erleben, ohne dass man auch noch fremde Namen und Familiennamen verpasst bekommt? Als wir ankamen und zum ersten Mal unsere Namen in lateinischen Buchstaben schreiben sollten, schrieben wir sie, wie sie auf Englisch ausgesprochen werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass die Aussprache mancher Buchstaben sich im Englischen und Deutschen stark unterscheidet. Dadurch bekamen viele von uns neue Namen, mit denen wir nun leben müssen, solange wir hier sind. So haben wir nicht nur unsere Heimat und unsere Identität verloren, sondern auch unsere Namen. Wir sind hier Geflüchtete in einer seltsamen Realität, in der man sich nicht dafür interessiert, wie viel Mühe sich unsere Eltern gegeben hatten, diese Namen auszuwählen. Als ob die ewigen Flüche, die unsere Namen tragen, nicht genug sind. Man erwartet von Said, dem Glücklichen, dass er immer lächelt, und von Hanan, der Liebevollen, dass sie in ihrem Herzen genug Raum hat, um noch einen weiteren Verlust zu ertragen!

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Weihnachten hinterm Fenster

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Laut internationalem Kalender handelt es sich bei Weihnachten um den offiziellen Termin für Freude, Schmuck und schöne Sachen, Shopping und Schenken, Fotos vor einer unter bunten Kugeln kaum sichtbaren grünen Tanne und vieler, vieler Wünsche. Wir aber sind nicht Teil des internationalen Kalenders. Du bist Syrer und Flüchtling. Der Kalender deines Exils gilt für dich nicht so wie dessen Gesetze. Dich regeln stets die Zeiger des Leids. Am Morgen ziehst du dich an: schwarzer Pullover, schwarze Jeans, schwarze Schuhe, schwarze Jacke und weißer Schal, um deine Trauer zu zerbrechen, weil sie das allgemeine Bild nicht stören soll. Du setzt also ein Lächeln auf und wünschst allen, denen du begegnest, viel Glück und ein Frohes Fest und dankst herzlich, dass sie für deine Lage Mitgefühl zeigen.

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Filme für mehr Menschlichkeit

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Menschenrechte eignen sich wie kaum ein anderes Thema, engagierte und eindrucksvolle Filme zu schaffen. Ob Indonesien oder Mali, ob Fiktion oder Dokumentation: Menschenrechtsverletzungen lassen sich in jedem Land und auf jede künstlerische Art und Weise aufdecken. Eine besonders schöne Auswahl an Filmen, die sich mit der Verletzung, aber auch der Verteidigung der Menschenrechte befassen, wurde in diesem Monat beim Human Rights Film Festival in Zürich (7. bis 11. Dezember 2016) präsentiert. Die fünftägige Veranstaltung sei ein „Plädoyer für die Menschlichkeit und ein Versuch, durch die Kraft des Kinos den Widrigkeiten der Welt etwas entgegenzusetzen“, so Festivaldirektorin Sascha Lara Bleuler. Diese Widrigkeiten, wie sie in den 20 Filmen des Festivalprogramms dargestellt wurden, reichten von Gewalt gegen Frauen in Indien über Raubbau an Natur und Menschen in China bis hin zu Folter und Ermordung politischer Gefangener in Syrien. Geschichten aus Afghanistan, Kolumbien und Nordkorea durften ebenfalls nicht fehlen. Dass der Eröffnungsfilm, Divines (2016) von Houda Benyamina, aus Frankreich kam, war ein interessanter Akzent im sonst mehrheitlich außereuropäischen Programm. Die Kurzfilmreihe The Visibility of Human Rights Violations lenkte den Blick ebenfalls auf Europa, insbesondere auf dessen Umgang mit Geflüchteten im Mittelmeerraum und innerhalb der eigenen Staatsgrenzen.

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Ein Orchester im Exil

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Nach einem Jahr der Proben und Vorbereitungen gab das Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) anlässlich der Eröffnung der Saison 2016/17 in der Berliner Philharmonie ein Open-Air-Konzert. An einem sommerlichen Tag im August versammelten sich fast 15.000 Menschen im Hof des gewaltigen Gebäudes und lauschten den Berliner Philharmonikern und dem SEPO. In letzterem spielten sechzig syrische Musikerinnen und Musiker, die mittlerweile in Europa und den USA leben, unter der Leitung des spanischen Dirigenten Mariano Domingo. Besonders die syrischen Zuhörer sehnten sich danach, in der Fremde Melodien aus der Heimat zu hören, doch es waren auch viele Musikliebhaber aus anderen Ländern anwesend.

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