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Künstlerisch vielfältig: Palästinensisches Kino bei ALFILM

1947 wurde der Teilungsplan für Palästina von den Vereinten Nationen bekannt gegeben. 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien statt. Infolgedessen flohen tausende Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und Westjordanland. 1987 folgte die Erste Intifida – 2017 jähren sich diese Ereignisse der palästinensischen Geschichte. Beim Arabischen Filmfestival ALFILM gab es daher auch einen Schwerpunkt mit Filmen aus und über Palästina.

Einer davon ist Speed Sisters (2015). Der Film von Amber Fares zeigt das Leben des ersten weiblichen Autorennteams im arabischen Raum. Der Zuschauer folgt damit den Speed Sisters aus Palästina bei Wettbewerben und in Trainingseinheiten sowie in ihrem Alltag. Dabei haben sie immer wieder mit Stereotypen in einem von Männern dominierten Sport und kulturellen sowie politischen Komplikationen zu tun. Fares Dokumentarfilm wirkt dabei an manchen Stellen wie ein Actionfilm. Und dennoch ist es kein langweiliger Film. Ganz im Gegenteil kombiniert die Regisseurin auf unkonventionelle Art Form und Inhalt, um die Geschichte der Speed Sisters zu erzählen.

Im Gegensatz dazu zeigt der Film Off Frame aka Revolution until Victory (2016) Archivfilme und -töne aus der Zeit zwischen 1968 und 1982, die für die palästinensische Revolution produziert wurden. Regisseur Mohanad Yaqubi präsentiert so das palästinensische Widerstandskino der damaligen Zeit. Off Frame aka Revolution until Victory ist damit eine Collage aus Filmen über die palästinensische Identität, die Aktionen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und ihrer Idee von Freiheit. Dabei verzichtet Yaqubi auf jegliche Kommentare und stellt so vor allem das Form der Filme und ihre Ästhetik in den Vordergrund. Doch das scheinbar neutrale Format ist vermutlich nicht für jeden Zuschauer geeignet, da sich höchstwahrscheinlich nicht alle in Deutschland mit der Geschichte auskennen.

Off Frame aka Revolution until Victory ©ALFILM

In seinem Film Ghost Hunting (2017) rekonstruiert Raed Andoni zusammen mit einer Gruppe ehemaliger Häftlinge das israelische Verhörzentrum Moskobiya. Vom Empfangsbereich über die Verhörräume bis hin zu den Zellen der Gefangenen bauen sie alles in einer leeren Lagerhalle nach. Gleichzeitig spielen sie Verhörsituationen nach und diskutieren Teile der Einrichtung. Zentraler Bestandteil ist dabei das Zusammenspiel zwischen Andoni und den Teilnehmern. Mit dieser Technik, die an das Theater der Unterdrückten erinnern, re-inszenieren sie das Erlebte. Mal brechen lang versteckte Erinnerungen aus, mal kommt es zu lustigen Situationen. Auch wenn die Technik nicht neu ist, so kann der Zuschauer sich auf diese Weise in die Lage der ehemaligen Häftlinge hineinversetzen.

One Minute ©ALFILM

Ein wenig aus der Reihe tanzt der Kurzfilm One Minute (2015) von Dina Naser. Der Film ist im Gegensatz zu den anderen Filmen keine palästinensische Produktion, spielt jedoch im Gaza-Streifen. Salma ist mit ihrem Baby während des Gaza-Krieges 2014 allein zu Hause. Plötzlich erhält sie eine Nachricht, die ihre nächsten fünf Minuten bestimmt. Naser verstärkt dabei vor allem den Ton und reduziert das Licht im Film, um die Spannung der Handlung zu steigern und das Leben im Krieg zu verdeutlichen. So sind konstant Geräusche von Bomben und Maschinenpistolen zu hören, die im Laufe des Filmes immer lauter werden. Die einzigen Lichtquellen sind häufig nur Salmas Handy oder auch schon mal ein Feuerzeug. One Minute ist eine bewegende Darstellung eines entscheidenden Moments inmitten des Gaza-Krieges 2014.

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