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أرشيف الوسم : Musik

Die Musik ist die Sphäre, in der ich mein Selbst und meine Wahrheit verteidige

Von Rasha Hilwi. Seit ich Ali Hassan kenne, habe ich ihn nicht gesehen, ohne dass er mindestens eine Trommel dabeihatte. Er trägt seine Instrumente bei sich, selbst wenn es dafür keinen Anlass gibt, denn er liebt es, Freunde um sich zu versammeln und mit ihnen ihre Lieblingslieder zu singen. Hassan, Musiker und Kulturaktivist, wurde 1990 im Stadtteil Tadamon nahe Damaskus geboren. Um dieses Interview zu führen, habe ich ihn in seinem Haus in Berlin besucht. Kaum komme ich herein, höre ich die Stimme von Wadih El Safi (ein libanesischer Sänger und Komponist, Anm. d. Red.). Auf dem Tisch stehen Maqluba (ein Reisgericht, Anm. d. Red.), Milch und eine Kanne heißes Wasser für den Mate-Tee. Für einige Momente entführt mich der Duft nach Damaskus.

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Geflüchtete Künstler stellen an der UdK in Berlin aus

Von Lilian Pithan. Das Sommersemester geht zu Ende und damit auch das "Artist Training" Programm des Berlin Career College. Von November 2016 bis Mai 2017 konnten geflüchtete Künstler lernen, wie man Kontakt zur deutschen Szene findet, Finanzierungen sucht und sich selbst vermarket. Den Abschluss des Programms markiert die Ausstellung "same same but different", die vom 21. bis 23. Juli in den Räumen der Universität der Künste (UdK) zu besichtigten ist.

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Wir singen aus ganzer Seele gegen Tod, Krieg und Leid an

Von Dina Abol Hosn. „Mit unserem Gesang bieten wir Tod, Flucht und Leid die Stirn, denn wo immer syrische Frauen zusammenkommen, werden Hoffnung und Freude geboren.“ Mit diesen Worten beschreibt Raja Banout den Chor des von ihr gegründeten „Kulturforums Haneen“. Dessen Ursprung geht bereits auf das Jahr 2000 zurück, als Banout – damals noch in ihrer Heimat Syrien – verschiedene Frauengruppen gründete, um gemeinsam Yoga zu machen oder an kulturellen Events teilzunehmen.

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Isabel Eichenlaub: In der Sprache der Musik gibt es keine Missverständnisse

Isabel Eichenlaub

Von Abd Alrahman Alqalaq. Isabel Eichenlaub ist nicht nur eine Musikerin, die außergewöhnliche Ausdrucksformen findet, sondern auch eine Cellistin, durch deren Spiel man die tiefe Bedeutung der Musik erleben kann. Besonders deutlich zeigt sich das, wenn sie in Schifferstadt den luxuriösen Orchestersaal verlässt, um Konzerte mit Geflüchteten und für Geflüchtete zu machen.

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Ein Orchester im Exil

Nach einem Jahr der Proben und Vorbereitungen gab das Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) anlässlich der Eröffnung der Saison 2016/17 in der Berliner Philharmonie ein Open-Air-Konzert. An einem sommerlichen Tag im August versammelten sich fast 15.000 Menschen im Hof des gewaltigen Gebäudes und lauschten den Berliner Philharmonikern und dem SEPO. In letzterem spielten sechzig syrische Musikerinnen und Musiker, die mittlerweile in Europa und den USA leben, unter der Leitung des spanischen Dirigenten Mariano Domingo. Besonders die syrischen Zuhörer sehnten sich danach, in der Fremde Melodien aus der Heimat zu hören, doch es waren auch viele Musikliebhaber aus anderen Ländern anwesend.

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Alle unter einem Zelt

Von Lilian Pithan. Das Klingende Museum in Berlin ist für seine Instrumentensammlung bekannt, für sein umfangreiches Workshopprogramm und seinen Musikgarten. Auch an diesem Novemberabend tönt es laut durch die Räume des Museums, doch das liegt zur Abwechslung mal nicht an der hohen Instrumentendichte. Mehr als 40 Personen sind gekommen, um am ersten Treffen des Musikernetzwerks „The Tent - Alkhaimeh” teilzunehmen. Mitten unter ihnen steht Nabil Arbaain, ein 35-jähriger Lautenspieler aus Damaskus, dessen Mission es ist, Einheimische und Neuankömmlinge in der Berliner Musikszene zusammenzubringen. „Berlin ist so multikulturell. Hier gibt es unglaublich viele Künstler aus verschiedenen Kulturen”, meint Arbaain. Wer hier neu sei, wisse aber oft nicht, wie er Anschluss an die Szene finden könne. „Deswegen habe ich vor einigen Monaten The Tent gegründet.”

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Mit der Laute im Gepäck

Von Fady Jomar. Der Musiker und Arzt Wassim Mukdad wurde im Jahr 1985 in Leipzig geboren. An die vier Jahre, die er dort verlebte, kann er sich nicht erinnern. Nach der Wiedervereinigung ging seine Familie nach Syrien zurück, wo er begann, Oud zu spielen (eine Kurzhalslaute, die vor allem in den arabischen Ländern, in der Türkei und im Iran verbreitetet ist; AdR), und später Medizin studierte. Heute ist Mukdad als Flüchtling in sein Geburtsland zurückgekehrt, um einem Krieg zu entkommen, der ihm alle Türen vor der Nase zugeschlagen hat. Bis zur Abriegelung von Al Yarmouk, einem Flüchtlingslager für Palästinenser in Damaskus, arbeitete er dort ehrenamtlich als Arzt. Anschließend wurde er vom Regime von Baschar Al Assad und von der Al Nusra Front inhaftiert. Seine Energie als Musiker, Arzt und junger Mann, der von einem freien Heimatland träumte, war zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht. Gemeinsam mit seiner Frau, der Perkussionistin Berivan Ahmad, floh Mukdad in die Türkei, wo er zwei Jahre verbrachte. Als Oud-Spieler war er Teil verschiedener Gruppen und komponierte Musikstücke für seine türkisch-syrische Band Saba Barada. Nach einer harten Reise, die fast zwei Monate dauerte, kam Mukdad schließlich in Deutschland an. Nun lebt er in Berlin und wartet auf eine Aufenthaltserlaubnis, um sein Leben und sein Studium fortzuführen. Abwab hat mit Wassim Mukdad über seine Erfahrungen und Träume, über die Hindernisse auf dem Weg in ein neues Leben und über seine Hoffnungen gesprochen.

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Goethe-Institut: Damaskus im Exil

Von Lilian Pithan. Vor drei Jahren hat das Goethe-Institut in Damaskus seine Türen geschlossen. Seither klafft eine Wunde in der Erinnerung vieler Syrer und Deutscher, für die das Institut über Jahre hinweg ein Ort des befreiten intellektuellen Austauschs war. Um diese Leerstelle zu schließen, richtet das Goethe-Institut vom 20.10. bis 05.11. in Berlin den Projektraum „Damaskus im Exil“ ein, in dem der Faden wiederaufgenommen wird, der 2012 zerrissen ist. Schon am Eröffnungsabend erklärte die Theaterwissenschaftlerin Raniah Mleihi, die am Goethe-Institut in Damaskus Deutsch gelernt hat und mittlerweile als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen arbeitet: „Ich fühle mich so, als träfe ich meine Familie wieder!“ Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, ließ seine ganz persönlichen Erinnerungen an Damaskus und Aleppo Revue passieren und die Regisseurin Diana El-Jeroudi sprach dem zahlreich erschienen Berliner Publikum Mut zu: „Das Kunstschaffen in Syrien ist lebendig, auch das Volk ist daran beteiligt und das ist etwas Wertvolles.“ Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Nabil Arbaain, der zusammen mit den zwei Producern von Aananda traditionelle arabische Lautenmusik mit elektronischen Klängen verband.

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Ein Leben für die Laute

Von Ramy Al-Asheq. Der Komponist und Oud-Spieler Nabil Arbaain aus Syrien ist mit der ebenfalls aus Syrien stammenden Musikerin Helen Meerkhan verheiratet. Seine Frau studiert zurzeit in Portugal. Sechs Jahre lang war er in der Damaszener Kunstszene mit seiner Firma Kheima, was auf Deutsch „Zelt“ bedeutet, aktiv. Kheima half jungen, am Beginn ihrer Karriere stehenden Musikern, Kontakte zu knüpfen, um Bands zu gründen und Probenräume oder Bühnen für ihre Auftritte zu finden. Auch für die Produktion von Musikalben und deren Vertrieb in Syrien und im Ausland setzte Kheima sich ein. Nach einem Studium am Arabischen Institut für Musik in Damaskus setzte Arbaain seine Ausbildung bei so bedeutenden Lehrern wie Askar Ali Akbar, einem berühmten Oud-Lehrer an der Hochschule für Musik, fort. Die Oud ist eine arabische Laute, die im Nahen Osten, aber auch in der Türkei und dem Iran sehr verbreitet ist. Arbaain spielte zusammen mit verschiedenen Gruppen in Syrien, wie zum Beispiel mit Djaoua, die sich auf orientalische Musik und musikalische Balladen spezialisiert hat. Arbaain war ebenfalls Mitglied des Orchesters von Professor Adnan Al-Nablusi, das vor allem klassische Musik spielt. Außerdem gab er syrischen und ausländischen Schülern Oud-Unterricht.

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