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أرشيف الوسم : Liebe

Gesandter der Einsamkeit

Mohammad Sadiq Osman Kümmere dich nicht um den Lärm des Tages und um die Gespräche der Passanten. lass ihre sich überlappenden Wörter verdunsten, In den Himmel aufsteigen. Aber beharre nicht auf deiner Stelle wie jemand, dem sich der Tod vertikal nähert, sondern zieh dich zurück. Lauf weg, Bevor die dunkle Wolke dich erreicht und du als Opfer darin ertrinkst. Geh weg, Wie ein Flüchtling, ein Triumph des Lebens, Aber ohne Angst vor dem Nächsten, nähere dich dem Schatten der leuchtenden Einsamkeit. Dann warte auf die Flügel der Nacht auf ihren Wahnsinn, den Glanz ihrer Verzierungen, und den Frost der Stadtadern. Und wenn der Tag dich trifft, lasse deine Augenbrauen herab, binde sie fest, dann bist du in finsterer Nacht. Wenn du die Einsamkeit erreichst, befrag die Vergangenheit und horche auf ihr im Schweigen versunkenes Getue. Lass die Stille dir die Verse der Einsamkeit offenbaren, damit du sie als Religion annimmst, und du wirst ein Gesandter. Du predigst die Liebe, Um den Wind dieser Wolke zu vertreiben. Du belebst Seelen, die mit dem Tod ringen, die Menschen glauben, dass du ein Gesandter, der Gesandte der Einsamkeit bist. Aus dem Arabischen von Suleman Taufiq DIE REDAKTION EMPFIEHLT: Kulturaustausch oder latenter Kulturkampf? Gedanken zu Heimat und Exil Syrer in der deutschen Kulturszene Deutschland: Eine alternative Heimat محرر الموقعhttps://abwab.eu/

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EXILLITERATUR: Nemat Khaled

Von Lilian Pithan. Nadia liebt Djalal, aber irgendwie will das mit den beiden nicht so richtig klappen. Beide leben im Jarmuk-Camp in Damaskus, das über die Jahre hinweg von einem palästinensischen Flüchtlingslager zu einem normalen Stadtviertel geworden ist. Während ihre Liebe tiefer wird, machen sie Karriere als Journalisten und verwickeln ihre Freunde in politische Diskussionen. Doch Djalal betrügt Nadia mit der gemeinsamen Bekannten Mariam und entschließt sich endlich, Damaskus ganz zu verlassen. Wäre da nicht Hassna, die längst verstorbene Großtante Nadias, hielte diese sicher nicht so lange an ihrer unerfüllten Liebe fest. Hassna spukt durch den gesamten Roman, aber nicht als konventioneller Geist, sondern als Erinnerung oder Geschichte, die Nadia keine Ruhe lässt.

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Verlieb dich nicht in einen Flüchtling

Von Fady Jomar. Verlieb dich nicht in einen Flüchtling. Seine Taschen sind vollgepackt mit den Schlüsseln der Wohnstätten seiner Reise. Es ist kein Platz darin für Leckereien oder Ringe. Seine Gesichtszüge wirst du erst entziffern können, wenn du das Kartenlesen beherrschst. Wenn du glaubst, er lache, ist das doch nur das Echo der Granaten. Sein Schweigen, das Weisheit ausströmt, ist der Horror der Alarmbereitschaft, in der er sich befand, als die Kugel des Scharfschützen ihr Ziel verfehlt hatte. Seine argwöhnische Gedankenlosigkeit ist die nächste Kugel des Scharfschützen, die ihn am Auge verletzte, als er einem Laib Brot nachjagte. Sein Stottern, das dich zum Lachen bringt, wenn er versucht, dir etwas zu sagen, sind die Wiegenlieder, die Großmütter in seinem Land sangen und die er in- und auswendig kennt. Er trägt sie tief in seinem Herzen. Oder zumindest in dem, was von seinem Herzen geblieben ist. Seine dunkle Haut, die immer blasser wird, verzehrt sich nach der Sonne, deren zärtliche Berührung die unzähligen Narben, die er nun trägt, nicht mehr zu heilen vermag.

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Brief an meine deutsche Freundin: Warum ich Deutschland hasse

Liebe Anke, du hast mir einen tadelnden Brief geschickt, in dem du mich erstaunt fragst: „Warum hasst du Deutschland so, Walaa? Ich lese deine Beiträge auf Facebook, von denen der elektronische Übersetzer das meiste nicht übersetzen kann. Aber das, was ich von den ironischen Texten und Fotos verstanden habe, macht mir deine große Freude über die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der vergangenen Europameisterschaft deutlich.” Dein Brief hat mich anfangs verwundert, aber nach kurzer Zeit fiel mir ein, dass ich dir einiges über uns erzählen muss. Über uns aus dem Nahen Osten – oder insbesondere aus Syrien, um diese Unklarheit gleich auszuräumen. Du sollst wissen, meine Liebe: Ich hasse Deutschland nicht und die Deutschen natürlich auch nicht. Ich bin viel zu einfach gestrickt, um wirklich zu hassen. Selbst wenn ich wütend bin, dann ist diese Wut gegen jede Demütigung, die ich erlebe oder beobachte, gerichtet. Das ist meine Art, mit all den Konflikten, die aus der Einteilung von Menschen in Dualismen resultieren, umzugehen: Weiß und Schwarz, Ost und West, Gastgeber und Flüchtling… Ich werde sogar wütend, wenn ich mit meinen Landsleuten über die Lage in unserem Land streite. Die ganze Welt ist darin verwickelt und richtet ein Blutbad an, das wirklich schockierend ist. Und das mich dazu veranlasst, das heutige Datum nachzuprüfen, um mich zu vergewissern, dass wir nicht im Mittelalter leben! Obwohl ich erst vor Kurzem einen datierten Brief erhalten habe, muss ich den Zeitpunkt überprüfen.

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