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أرشيف الوسم : Syrien

Wie sich meine Mutter am Krieg beteiligte

Hossam Kalaji Schriftsteller aus Syrien. Wenn mich meine Mutter per Whatsapp aus Damaskus anruft, ist ihr erster Satz: “Dein Zimmer sieht bestimmt wieder aus wie eine Müllhalde und du gehst ins Bett ohne Dir vorher die Füße zu waschen.” Bevor ich irgendetwas sagen kann, legt sie nach: “Ich wette, in der Küche stapelt sich das dreckige Geschirr, der Boden ist schon ewig nicht mehr gewischt worden und Deine schmutzigen Kleider liegen überall herum! Ist es so schwer, sie einfach in die Waschmaschine zu stopfen?” Wieder einmal frage ich mich, wie es den Müttern gelingt, inmitten eines schmutzigen Kriegs, inmitten von Nihilismus, so lebensbejahend zu bleiben. Meine Mutter ist eine von Sauberkeit besessene Frau, die mehrmals am Tag die Fensterscheiben wischt. In der Tasche ihrer Schürze befinden sich immer Lappen und Putzmittel, über ihrer Schulter hängt stets ein kleines Handtuch für Notfälle. In allen Lebenslagen verlässt sich meine Mutter auf ihre Nase: Sie riecht an der frisch gewaschenen Wäsche, um sie gegebenenfalls wieder zurück in die Waschmaschine zu werfen. Sie riecht an unseren Köpfen, jeden Morgen und jeden Abend. Als wir Läuse hatten, schor sie uns die Köpfe kahl und sprühte “Piff Paff” darauf, um uns dann, als wir vor Schmerzen durch die Gegend sprangen und uns die Köpfe rieben, aufmunternd zuzurufen: “Halb so wild, so sterben die Läuse!” Als sie einmal im Auftrag meines großen Bruders bei der Familie seiner Angebetenen um ihre Hand anhalten sollte, wollte sie vor dem Haus kehrt machen und zurück nach Hause gehen. Auf dem Rückweg sagte sie ihm: “Eher friert die Hölle zu, als dass Du diese Frau heiratest! Ihr Haus stinkt!” Wenn meine Schwester von der Schule nach Hause kommt, riecht sie an ihren Haaren und beklagt sich dann darüber, dass der Lehrer immer noch im Klassenzimmer raucht. Wenn sie vom Markt zurückkommt, ...

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?”Was bedeutet “Nationale Identität

Souad Abbas. Chefredakteurin Der Begriff “Heimat” wird in Deutschland weiterhin kontrovers diskutiert, insbesondere angesichts des kürzlich gemachten Vorschlags, ein Heimatministerium auf Bundesebene einzurichten. Der Missbrauch dieses Begriffs durch die Nazis spielt in die heftiger werdenden Auseinandersetzungen über Konzepte wie Heimat, Patriotismus und Identität hinein, ebenso die Monopolisierung dieses Begriffs durch die Rechten. Mit einer Wahlkampagne, in der Heimatliebe und Stolz aufs Vaterland eine wichtige Rolle spielten, gelang der AfD der Einzug in den Bundestag, was Anlass zu Versuchen war, den Rechten die Deutungshoheit über diesen Begriff wieder zu entreißen. Auch Geflüchtete, insbesondere syrische, sehen sich mit einer ähnlichen Fragestellung konfrontiert. Patriotismus nahm man in Syrien mit der Muttermilch auf, und grenzenloser Stolz auf das Vaterland war eine Selbstverständlichkeit – auch wenn dieser Stolz mit einer Reihe von “Errungenschaften” fragwürdiger Natur verbunden war. Aus Perspektive des syrischen Regimes war und ist Patriotismus ausschließlich im Rahmen genehmer politischer Positionen möglich. Ein Patriot ist durch seine Loyalität gekennzeichnet: Er ist loyal zum Führer, loyal zu den Parolen der Bath-Patei und vor allem loyal bis in den Tod. Für den Kampf gegen Israel und den Imperialismus ist der Patriot bereit, sein Leben zu geben. Natürlich gibt es auch ein oppositionelles Verständnis von Patriotismus, welches von der offiziellen Perspektive abweicht. Die langen Jahre des Krieges konfrontierten die Syrer mit Tatsachen, die beinahe so bitter wie der Krieg selbst waren. Zu Tausenden hatten sie “Wir sind _ein_ Volk” gerufen, um nur wenig später feststellen zu müssen, dass ihre Einheit Zerplitterung war, und keine Stärke in ihr lag. Die Gründe hierfür waren vielfältig und die Menschen in Syrien hatten nur wenig Einfluss auf das, was geschah. Nachdem die Syrer über viele Länder verstreut worden waren, hatte die einfache Frage “Wer bist Du?” viele Antworten bekommen. Wer Syrien vor Beginn des Kriegs verließ, besteht darauf, dass er in ...

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SYRIEN, KUNST UND FLUCHT

Eine Ausstellung von und mit syrischen Künstler_Innen. MoneyGram, der weltweit zweitgrößte Geldtransferanbieter, geht mal wieder neue Wege in Sachen Integration. Ausgewählte MoneyGram-Standorte öffnen ihre Türen, um Kunden und interessierten Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Ausstellung „Syrien, Kunst und Flucht“ in Auszügen hautnah zu erleben. Die Ausstellung, welche bisher als klassische Kulturveranstaltung in Köln zu sehen war, soll nun einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden und ist ein weiterer Baustein in der diesjährigen „Integrationskampagne“ von MoneyGram. Den Anfang machen zwei einwöchige Veranstaltungen in MoneyGram-Standorten in München und Hamburg, gefolgt von einer zweiwöchi-gen Veranstaltung im Mo-neyGram-Standort Frank-furt-Höchst. Hierbei werden ausgewählte Exponate der Ausstellung während der normalen Geschäftszeiten in MoneyGram-Filialen zu sehen sein. Während der jeweiligen Veranstaltungen wird es somit sicher für den einen oder anderen Money-Gram-Kunden überraschend sein, dass klassische Wer-bematerialien in Teilen durch ansprechende Kunst ersetzt werden. Ziel ist es, ein Be-wusstsein für das „Syrien, Kunst und Flucht“ zu vermit-teln und die Betrachter der Kunstwerke zum Nachden-ken zu animieren. Die Ausstellungen in den MoneyGram-Filialen sind für Besucher kostenfrei Als krönender Abschluss  fungiert die zweitägige Fi-nissage in der MoneyGram -Zentrale im Herzen Frank-furts. An einem kompletten Wochenende öffnet Money-Gram hier sein Innerstes und empfängt interessierte Be-sucher in seinen normaler-weise für Publikumsverkehr geschlossenen Räumen. “Dank MoneyGram ist es uns möglich, die Arbeiten unserer Künstler einem größeren Publikum vorzu- stellen. Wir freuen uns auf eine spannende Ausstel-lungsreihe“ (Jabbar Abdul-lah, Ausstellungsinitiator).” In mehreren Themenräumen werden hier unterschied-lichste Werke aus verschie-denen Kunstgattungen zu sehen sein. Eingeladen ist jeder interessierte Besucher, egal ob Bankangestellter, Flüchtling oder einfach nur Kunstinteressierte. Money-Gram freut sich, durch diese Ausstellung eine Plattform zu schaffen, die Menschen un-terschiedlicher Herkunft und Lebenssituationen zusam-menbringen und somit ein Statement für ein gemeinsa-mes Miteinander sein soll. Die Ausstellung in einer Kurzbeschreibung Wie verarbeiten syrische Künstler_Innen den Krieg in Ihrer Heimat? Wie beeinflussen Zerstörung, Gewalt, Tod, Vertreibung und Flucht ...

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Sich selbst im Anderen erkennen: Was deutsche und geflüchtete Frauen voneinander lernen können

Von Aliaa Ahmad.  Übersetzung: Thomas Heyne In Deutschland genießen Frauen ein deutlich höheres Maß an rechtlicher Gleichstellung, als es in den Herkunftsländern geflüchteter Frauen der Fall ist. Sie erfahren dort nicht nur offene Diskriminierung durch Gesetze, sondern auch durch Bräuche und Gewohnheiten in ihrer Gesellschaft. Eine genauere Betrachtung beider Seiten offenbart allerdings Interessantes. Die junge Syrerin Heba* ist seit zwei Jahren in Deutschland und geht mittlerweile auf die Universität. Sie erzählt: „Ich dachte zum Beispiel immer, dass hier alle sexuell freizügig sind. Da habe ich mich allerdings gründlich getäuscht.“ Ihre Freundin Anna meint dagegen: „Ich dachte alle verschleierten Frauen werden unterdrückt und misshandelt. Ich war total überrascht, als ich Frauen im Hidschab begegnete, die ihre eigenen Entscheidungen treffen, studieren und alleine reisen.“ Medial reproduzierte Stereotypen: Durch die Reproduktion stereotyper Bilder tragen die Medien zur Bildung von Vorurteilen und Vorbehalten gegenüber anderen Kulturen bei. Sanaa, Hausfrau aus Syrien und seit vier Jahren in Deutschland, schildert ihr Bild von deutschen Frauen zum Beispiel so: „Ich habe Mitleid mit ihnen! Die Gleichberechtigung, auf die sie so stolz sind, hat sie ihre Weiblichkeit gekostet.“ Nach ihrer Stellung als Frau in einer orientalischen Gesellschaft gefragt, antwortet sie: „Es stimmt, ich bin nicht so frei wie deutsche Frauen, aber in unserer Gesellschaft ist die Frau eine Königin in ihren vier Wänden. Sie trägt nicht all die Verantwortung, die die Gleichberechtigung den deutschen Frauen aufzwängt. Die „orientalische Königin“ ist eine Schimäre, aber was ist mit der deutschen Frau? Viele geflüchtete Frauen wie Sanaa vergessen, oder übersehen geflissentlich, dass diese idealisierte „Königin“ in Wirklichkeit eine Gefangene in ihren eigenen vier Wänden ist, ihrer Entscheidungsfreiheit beraubt und abhängig von demjenigen, der für sie aufkommt. Schuld daran sind Erziehung und Sozialisierung, die ihnen nicht vermitteln, wie man ein wirklich selbstbestimmtes Leben führt. Und so erleben wir, dass viele geflüchtete Frauen Zuflucht ...

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Die Musik ist die Sphäre, in der ich mein Selbst und meine Wahrheit verteidige

Von Rasha Hilwi. Seit ich Ali Hassan kenne, habe ich ihn nicht gesehen, ohne dass er mindestens eine Trommel dabeihatte. Er trägt seine Instrumente bei sich, selbst wenn es dafür keinen Anlass gibt, denn er liebt es, Freunde um sich zu versammeln und mit ihnen ihre Lieblingslieder zu singen. Hassan, Musiker und Kulturaktivist, wurde 1990 im Stadtteil Tadamon nahe Damaskus geboren. Um dieses Interview zu führen, habe ich ihn in seinem Haus in Berlin besucht. Kaum komme ich herein, höre ich die Stimme von Wadih El Safi (ein libanesischer Sänger und Komponist, Anm. d. Red.). Auf dem Tisch stehen Maqluba (ein Reisgericht, Anm. d. Red.), Milch und eine Kanne heißes Wasser für den Mate-Tee. Für einige Momente entführt mich der Duft nach Damaskus.

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Geflüchtete Künstler stellen an der UdK in Berlin aus

Von Lilian Pithan. Das Sommersemester geht zu Ende und damit auch das "Artist Training" Programm des Berlin Career College. Von November 2016 bis Mai 2017 konnten geflüchtete Künstler lernen, wie man Kontakt zur deutschen Szene findet, Finanzierungen sucht und sich selbst vermarket. Den Abschluss des Programms markiert die Ausstellung "same same but different", die vom 21. bis 23. Juli in den Räumen der Universität der Künste (UdK) zu besichtigten ist.

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Politik ist wie Kochen, nur leider nicht so sauber

Von Ramy Al-Asheq. Noch keine zwei Jahre ist Mallake Jazmati in Deutschland, doch schon hat sich die junge Syrerin in Berlin einen Namen gemacht. Sie leitet einen Catering-Service für Firmen, Kongresse und Veranstaltungen aller Art, für die sie Spezialitäten der syrischen Küche zubereitet. Dabei hätte alles ganz anders kommen können: Eigentlich hat Jazmati einen Abschluss im Fach Internationale Beziehungen. In jordanischen Exil arbeitete sie als humanitäre Helferin, bis sie im Fernsehkanal Orient News TV, der der syrischen Opposition zugerechnet wird, ihre zweite Karriere startete: Sie begann, die Koch-Show „Die Königin des Kochens“ zu präsentieren.

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Wie können sich arabische Frauen in der Fremde behaupten?

Von Alia Kiwan. Infolge der Flüchtlingsströme der letzten Jahre haben zahllose arabische Frauen ihre in der Heimat erlernten Jobs verloren oder sie zwangsweise aufgeben müssen. Sie finden sich in Deutschland, in der Fremde wieder, wo sie plötzlich wie kleine Kinder sind, die das Gehen und Sprechen erst noch erlernen müssen. Nehmen wir z. B. den Fall einer Lehrerin: In ihrer Heimat war sie eine anerkannte und geachtete Gymnasiallehrerin, die es gewohnt war, früh am Morgen aufzustehen, um mit ihren Kindern das Haus zu verlassen und in die Schule zu gehen. Dort wurde sie von ihren Schülerinnen mit einem freundlichen „Guten Morgen“ begrüßt, bevor sie mit ihrer Arabischstunde begann.

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EXILLITERATUR: Von der Unschuld des Massengrabs

Von Lilian Pithan. Sprechende Massengräber, abservierte Superhelden und himmelblaue, durchlöcherte Unterhemden: Der neue Band des Lyrikers Hamed Abboud, der unter dem Titel Der Tod backt einen Geburtstagskuchen in der Schweizer edition pudelundpinscher erschienen ist, wimmelt nur so von schrägen Bildern. Abboud, 1987 im syrischen Deir ez-Zor geboren, lebt mittlerweile in Österreich. Von seinen ersten Wochen im Burgenland erzählt er in dem Text „Was wurde aus den Zugvögeln?“, der Szenen aus dem örtlichen Kiosk mit Reflexionen über geografische Entfernungen und Längenverhältnisse vermischt. Das Dorf, das zur neuen Heimat geworden ist, liegt nicht etwa am Ende der Welt, sondern „noch drei Meilen weiter“.

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Ramy Al-Asheq als Internationaler Unternehmer des Jahres ausgezeichnet

MoneyGram Awards 2017

Der Finanzdienstleister MoneyGram zeichnet schon seit vielen Jahren Zuwanderer in Italien aus, die sich als Unternehmer besonders hervorgetan haben. Auch in diesem Jahr wurden 15 Personen in fünf Kategorien für den MoneyGram Award nominiert. Alle von ihnen hatten in den letzten Jahren in ganz unterschiedlichen Bereichen gegründet, wie z.B. Onlineversandhandel, Restauration oder Baugewerbe gegründet.

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