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أرشيف الوسم : Sprache

Fremde Laute, ganz vertraut

Christina Heuschen

Von Christina Heuschen. „Alif, Ba, Ta, Tha, Jim, Cha.“ „Nein, es heißt Ha.“ Mehrere Versuche. Immer wieder ist ein „Cha“ zu hören. Ich sitze mit Leuten aus der ganzen Welt in einem Gemeinschaftszentrum in Akka. Gemeinsam sprechen wir unserer Lehrerin arabische Buchstaben nach. Ein Buchstabe, ein Wort als Beispiel. Doch beim „Ha“ haben einige Probleme. Es wird zu hart ausgesprochen. Nicht alle haben im Vorfeld schon Unterricht gehabt oder mit Arabischmuttersprachlern die Aussprache geübt. Unsere Lehrerin sagt, wir sollten das „Ha“ so aussprechen, als ob wir unsere Sonnenbrille anhauchten, um sie zu putzen. Und tatsächlich: Nach mehreren Versuchen klappt es. Wir alle lernen Arabisch. Vier Stunden am Tag haben wir Unterricht. Danach machen wir unsere Hausaufgaben. Ein Intensivkurs.

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Deutschland, die neue Heimat der arabischen Sprache?

Beatrice Gruendler

Von Lilian Pithan. Wer in Deutschland Hocharabisch lernen will, muss dafür an die Universität gehen. Als Wahlfach an Schulen ist die Sprache noch nicht angekommen, auch wenn die klassische Trias Latein-Englisch-Französisch immer stärker aufgebrochen wird. Wenn es nach der Arabistin Beatrice Gründler geht, soll auch das Arabische bald einen festen Platz auf deutschen Lehrplänen einnehmen. Von einem tieferen Verständnis eines vollkommen anderen Sprachsystems könne man nur schließlich profitieren – einmal ganz abgesehen von der beeindruckenden Literatur und Geschichte, die sich über das Arabische erschließen lassen.

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Der Fluch des fremden Namens

Wie kann ich es akzeptieren, nach all den Jahren plötzlich mit einem neuen Namen gerufen zu werden? Mit diesem Problem sind viele Geflüchtete konfrontiert, die neu nach Europa gelangt sind. Ist es nicht schwierig genug, eine fremde Sprache, fremde Orte, eine unbekannte Kultur und Gebräuche zu erleben, ohne dass man auch noch fremde Namen und Familiennamen verpasst bekommt? Als wir ankamen und zum ersten Mal unsere Namen in lateinischen Buchstaben schreiben sollten, schrieben wir sie, wie sie auf Englisch ausgesprochen werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass die Aussprache mancher Buchstaben sich im Englischen und Deutschen stark unterscheidet. Dadurch bekamen viele von uns neue Namen, mit denen wir nun leben müssen, solange wir hier sind. So haben wir nicht nur unsere Heimat und unsere Identität verloren, sondern auch unsere Namen. Wir sind hier Geflüchtete in einer seltsamen Realität, in der man sich nicht dafür interessiert, wie viel Mühe sich unsere Eltern gegeben hatten, diese Namen auszuwählen. Als ob die ewigen Flüche, die unsere Namen tragen, nicht genug sind. Man erwartet von Said, dem Glücklichen, dass er immer lächelt, und von Hanan, der Liebevollen, dass sie in ihrem Herzen genug Raum hat, um noch einen weiteren Verlust zu ertragen!

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Brief an meine deutsche Freundin: Warum ich Deutschland hasse

Liebe Anke, du hast mir einen tadelnden Brief geschickt, in dem du mich erstaunt fragst: „Warum hasst du Deutschland so, Walaa? Ich lese deine Beiträge auf Facebook, von denen der elektronische Übersetzer das meiste nicht übersetzen kann. Aber das, was ich von den ironischen Texten und Fotos verstanden habe, macht mir deine große Freude über die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der vergangenen Europameisterschaft deutlich.” Dein Brief hat mich anfangs verwundert, aber nach kurzer Zeit fiel mir ein, dass ich dir einiges über uns erzählen muss. Über uns aus dem Nahen Osten – oder insbesondere aus Syrien, um diese Unklarheit gleich auszuräumen. Du sollst wissen, meine Liebe: Ich hasse Deutschland nicht und die Deutschen natürlich auch nicht. Ich bin viel zu einfach gestrickt, um wirklich zu hassen. Selbst wenn ich wütend bin, dann ist diese Wut gegen jede Demütigung, die ich erlebe oder beobachte, gerichtet. Das ist meine Art, mit all den Konflikten, die aus der Einteilung von Menschen in Dualismen resultieren, umzugehen: Weiß und Schwarz, Ost und West, Gastgeber und Flüchtling… Ich werde sogar wütend, wenn ich mit meinen Landsleuten über die Lage in unserem Land streite. Die ganze Welt ist darin verwickelt und richtet ein Blutbad an, das wirklich schockierend ist. Und das mich dazu veranlasst, das heutige Datum nachzuprüfen, um mich zu vergewissern, dass wir nicht im Mittelalter leben! Obwohl ich erst vor Kurzem einen datierten Brief erhalten habe, muss ich den Zeitpunkt überprüfen.

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Mein erster Tag in der Deutschschule

Von Fady Jomar. In meiner Kindheit: Ich bereitete meine Pausenbrote, Stifte, Bücher und mein Schreibheft vor und ging sehr, sehr früh zu Bett, denn morgen sollte mein erster Schultag sein. Daran erinnere ich mich wieder ganz genau, jetzt, wo ich, fast erwachsen, erneut in die Rolle des Kindes schlüpfe. Dennoch werde ich mich in diese Rolle hineinknien, ist es doch möglicherweise meine letzte Chance im Leben, aus tiefstem Herzen zu lachen, voller Unschuld zu meutern oder ohne Heimtücke zu lügen. Auf dem Schulweg gingen mir die Wege wieder durch den Kopf, die ich in meiner Schulzeit gegangen war: Gedränge, verschmutzte Luft und Lärm. Das schreckliche Gefühl, das mich bei dem bloßen Gedanken an das Stirnrunzeln des „Trainers der Mannhaftigkeit“ oder den giftigen Blick des Schulleiters überkam, die tief sitzende Angst davor, sich womöglich unversehens zu einem Freund umzudrehen, wenn man beim Aufsagen der heiligen Texte ins Stocken geriet. Denn ein solches Vergehen konnte durchaus mit brennenden Stockhieben in grimmiger Kälte bestraft werden.

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