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أرشيف الوسم : Sprache

Der Fluch des fremden Namens

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Von Reem Rashdan Wie kann ich es akzeptieren, nach all den Jahren plötzlich mit einem neuen Namen gerufen zu werden? Mit diesem Problem sind viele Geflüchtete konfrontiert, die neu nach Europa gelangt sind. Ist es nicht schwierig genug, eine fremde Sprache, fremde Orte, eine unbekannte Kultur und Gebräuche zu erleben, ohne dass man auch noch fremde Namen und Familiennamen verpasst bekommt? Als wir ankamen und zum ersten Mal unsere Namen in lateinischen Buchstaben schreiben sollten, schrieben wir sie, wie sie auf Englisch ausgesprochen werden, ohne dabei zu berücksichtigen, dass die Aussprache mancher Buchstaben sich im Englischen und Deutschen stark unterscheidet. Dadurch bekamen viele von uns neue Namen, mit denen wir nun leben müssen, solange wir hier sind. So haben wir nicht nur unsere Heimat und unsere Identität verloren, sondern auch unsere Namen. Wir sind hier Geflüchtete in einer seltsamen Realität, in der man sich nicht dafür interessiert, wie viel Mühe sich unsere Eltern gegeben hatten, diese Namen auszuwählen. Als ob die ewigen Flüche, die unsere Namen tragen, nicht genug sind. Man erwartet von Said, dem Glücklichen, dass er immer lächelt, und von Hanan, der Liebevollen, dass sie in ihrem Herzen genug Raum hat, um noch einen weiteren Verlust zu ertragen! Unsere Namen, die viel zu unserer Persönlichkeit beitragen, sind wie kleine Gefängnisse, an deren Grenzen wir gewöhnt sind. Aber die Fremde hat sie sich ähnlich werden lassen, weder stark noch schwach. Es bleibt nur eine große Verlorenheit und die Suche nach einem neuen Ich, das die Geschichte des neuen Namens erzählt. Aus meinem Sohn Hamza wurde in der Schule und bei seinen Freunden „Hamtza“. Mein Mitschüler im Sprachkurs, ein gestandener Mann, wurde von Djouwdat zu „Yodat“. Die angesehene Familie Nadjar wurde zu „Nayar“ und der schöne junge Mann mit dem passenden Namen Wassim, der Gutaussehende, wurde kurzerhand zu „Vassim“. Also, ...

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Brief an meine deutsche Freundin: Warum ich Deutschland hasse

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Von Walaa Kharmanda Liebe Anke, du hast mir einen tadelnden Brief geschickt, in dem du mich erstaunt fragst: „Warum hasst du Deutschland so, Walaa? Ich lese deine Beiträge auf Facebook, von denen der elektronische Übersetzer das meiste nicht übersetzen kann. Aber das, was ich von den ironischen Texten und Fotos verstanden habe, macht mir deine große Freude über die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der vergangenen Europameisterschaft deutlich.” Dein Brief hat mich anfangs verwundert, aber nach kurzer Zeit fiel mir ein, dass ich dir einiges über uns erzählen muss. Über uns aus dem Nahen Osten – oder insbesondere aus Syrien, um diese Unklarheit gleich auszuräumen. Du sollst wissen, meine Liebe: Ich hasse Deutschland nicht und die Deutschen natürlich auch nicht. Ich bin viel zu einfach gestrickt, um wirklich zu hassen. Selbst wenn ich wütend bin, dann ist diese Wut gegen jede Demütigung, die ich erlebe oder beobachte, gerichtet. Das ist meine Art, mit all den Konflikten, die aus der Einteilung von Menschen in Dualismen resultieren, umzugehen: Weiß und Schwarz, Ost und West, Gastgeber und Flüchtling… Ich werde sogar wütend, wenn ich mit meinen Landsleuten über die Lage in unserem Land streite. Die ganze Welt ist darin verwickelt und richtet ein Blutbad an, das wirklich schockierend ist. Und das mich dazu veranlasst, das heutige Datum nachzuprüfen, um mich zu vergewissern, dass wir nicht im Mittelalter leben! Obwohl ich erst vor Kurzem einen datierten Brief erhalten habe, muss ich den Zeitpunkt überprüfen. Ich kritisiere alles, was die Menschlichkeit verkommen lässt oder hinter enge Identitäten und Zugehörigkeiten zurückfallen lässt, die man sich nicht ausgesucht hat. Doch wenn ich allein bin, verliert sich die Wut und ich fresse meine ganze Trauer und Enttäuschung aufs Neue in mich hinein – als Mensch und als Syrerin. Das ist eine Trauer, die einen dazu bringt, allem zu ...

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