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أرشيف الوسم : Flüchtling

Mein erstes Jahr als Flüchtling

Von Moufida Ankir. Wie konnte dieses Jahr einfach so vorübergehen wie alle anderen? Ein Jahr des Grübelns, des Exils und der Entfremdung. Ein Jahr voll Heimweh und Sehnsucht und ganz ohne Normalität. An diesem Tag gibt es nur Raum für die Erinnerung. Die Erinnerung an Basmane, an diesen Hof in Izmir, wo alle Platz fanden. Die einen blieben am Leben und die anderen starben. Die einen konnten ihr Haupt auf Kissen betten, die anderen schliefen auf dem Bürgersteig oder in einem alten Hotel, das besser für Fliegen als für Menschen geeignet war. Die einen mussten sich mit Sandwiches begnügen, die anderen hatten genug Geld, um im Restaurant zu essen. Diese Ruhe machte gleichzeitig Raum für Sättigung und Angst.

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Hussein Ghrer: Wir brauchen einen Aufstand aller anständigen Menschen

Am 28. Dezember 2016 veröffentlichte Julian Reichelt, der damalige Chefredakteur von Bild.de und jetzige Vorsitzende der BILD-Chefredaktion, einen Kommentar mit dem Titel "Wir brauchen einen Aufstand der anständigen Flüchtlinge". Hussein Ghrer, ein syrischer Blogger, antwortete darauf mit einem Leserbrief, der von der BILD-Zeitung nicht gedruckt wurde. Wir veröffentlichen in hier auf Arabisch und Deutsch.

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Die Wohnung meiner Träume

Zu guter Letzt, nach langem Warten, wurde ich als Mensch anerkannt. Die deutsche Regierung beschloss, mir eine Urkunde zu verleihen, die mir gestattet, mich für die Dauer eines ganzen Jahres auf deutschem Boden aufzuhalten. Ich habe sogar das Recht, mir eine Wohnung auszusuchen, in der ich leben kann. Ich liebe es zu planen und versinke häufig in Tagträumen. Das Jahr bis zur Entscheidung, die mich zum Menschen machte, spazierte ich durch die Straßen des Ortes, von dem die deutsche Regierung entschieden hatte, er sei für mich als Lebensmittelpunkt angemessen. Ich lief durch die Straßen der Dörfer und Städte in der Nähe, um die schönen Gegenden kennenzulernen, die vielleicht als Wohnort für mich in Frage kämen. Ich schaute in die Schaufenster der Möbelgeschäfte und begutachtete Haushaltsgeräte. Dabei hatte ich bereits mehrmals in Gedanken den Betrag ausgegeben, den ich als Starthilfe bekommen würde. Ich suchte nach den besten Angeboten, die zu meiner jeweiligen Laune passten. Einmal stellte ich mir das Dekor meiner Wohnung klassisch vor, mit hölzernen Leuchten und antiken Sesseln und Keramiktellern. Ein andermal wählte ich einen modernen Stil mit einer weichen Ledergarnitur und postmodernen Skulpturen. Warum auch nicht? Träume kosten nichts. Warum sollte ich nicht verschwenderisch leben wie ein britischer Prinz?

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Mit der Laute im Gepäck

Der Musiker und Arzt Wassim Mukdad wurde im Jahr 1985 in Leipzig geboren. An die vier Jahre, die er dort verlebte, kann er sich nicht erinnern. Nach der Wiedervereinigung ging seine Familie nach Syrien zurück, wo er begann, Oud zu spielen (eine Kurzhalslaute, die vor allem in den arabischen Ländern, in der Türkei und im Iran verbreitetet ist; AdR), und später Medizin studierte. Heute ist Mukdad als Flüchtling in sein Geburtsland zurückgekehrt, um einem Krieg zu entkommen, der ihm alle Türen vor der Nase zugeschlagen hat. Bis zur Abriegelung von Al Yarmouk, einem Flüchtlingslager für Palästinenser in Damaskus, arbeitete er dort ehrenamtlich als Arzt. Anschließend wurde er vom Regime von Baschar Al Assad und von der Al Nusra Front inhaftiert. Seine Energie als Musiker, Arzt und junger Mann, der von einem freien Heimatland träumte, war zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht. Gemeinsam mit seiner Frau, der Perkussionistin Berivan Ahmad, floh Mukdad in die Türkei, wo er zwei Jahre verbrachte. Als Oud-Spieler war er Teil verschiedener Gruppen und komponierte Musikstücke für seine türkisch-syrische Band Saba Barada. Nach einer harten Reise, die fast zwei Monate dauerte, kam Mukdad schließlich in Deutschland an. Nun lebt er in Berlin und wartet auf eine Aufenthaltserlaubnis, um sein Leben und sein Studium fortzuführen. Abwab hat mit Wassim Mukdad über seine Erfahrungen und Träume, über die Hindernisse auf dem Weg in ein neues Leben und über seine Hoffnungen gesprochen.

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Verlieb dich nicht in einen Flüchtling

Verlieb dich nicht in einen Flüchtling. Seine Taschen sind vollgepackt mit den Schlüsseln der Wohnstätten seiner Reise. Es ist kein Platz darin für Leckereien oder Ringe. Seine Gesichtszüge wirst du erst entziffern können, wenn du das Kartenlesen beherrschst. Wenn du glaubst, er lache, ist das doch nur das Echo der Granaten. Sein Schweigen, das Weisheit ausströmt, ist der Horror der Alarmbereitschaft, in der er sich befand, als die Kugel des Scharfschützen ihr Ziel verfehlt hatte. Seine argwöhnische Gedankenlosigkeit ist die nächste Kugel des Scharfschützen, die ihn am Auge verletzte, als er einem Laib Brot nachjagte. Sein Stottern, das dich zum Lachen bringt, wenn er versucht, dir etwas zu sagen, sind die Wiegenlieder, die Großmütter in seinem Land sangen und die er in- und auswendig kennt. Er trägt sie tief in seinem Herzen. Oder zumindest in dem, was von seinem Herzen geblieben ist. Seine dunkle Haut, die immer blasser wird, verzehrt sich nach der Sonne, deren zärtliche Berührung die unzähligen Narben, die er nun trägt, nicht mehr zu heilen vermag.

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Brief an meine deutsche Freundin: Warum ich Deutschland hasse

Liebe Anke, du hast mir einen tadelnden Brief geschickt, in dem du mich erstaunt fragst: „Warum hasst du Deutschland so, Walaa? Ich lese deine Beiträge auf Facebook, von denen der elektronische Übersetzer das meiste nicht übersetzen kann. Aber das, was ich von den ironischen Texten und Fotos verstanden habe, macht mir deine große Freude über die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der vergangenen Europameisterschaft deutlich.” Dein Brief hat mich anfangs verwundert, aber nach kurzer Zeit fiel mir ein, dass ich dir einiges über uns erzählen muss. Über uns aus dem Nahen Osten – oder insbesondere aus Syrien, um diese Unklarheit gleich auszuräumen. Du sollst wissen, meine Liebe: Ich hasse Deutschland nicht und die Deutschen natürlich auch nicht. Ich bin viel zu einfach gestrickt, um wirklich zu hassen. Selbst wenn ich wütend bin, dann ist diese Wut gegen jede Demütigung, die ich erlebe oder beobachte, gerichtet. Das ist meine Art, mit all den Konflikten, die aus der Einteilung von Menschen in Dualismen resultieren, umzugehen: Weiß und Schwarz, Ost und West, Gastgeber und Flüchtling… Ich werde sogar wütend, wenn ich mit meinen Landsleuten über die Lage in unserem Land streite. Die ganze Welt ist darin verwickelt und richtet ein Blutbad an, das wirklich schockierend ist. Und das mich dazu veranlasst, das heutige Datum nachzuprüfen, um mich zu vergewissern, dass wir nicht im Mittelalter leben! Obwohl ich erst vor Kurzem einen datierten Brief erhalten habe, muss ich den Zeitpunkt überprüfen.

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Gegenrede: Integration ist ein ehrliches Angebot

"Diese Integration ist eine große Lüge", lese ich im Titel, und der erlaubt es mir nicht, zu diesem Text zu schweigen. Denn diese Aussage ist meiner Meinung nach nicht nur falsch, sie ist vor allem kontraproduktiv. Vorweg muss ich sagen, dass ich die Gedanken und Texte von Ramy Al-Asheq schätze. Nicht nur, weil er, der Dichter, Schreiber, Poet und Macher, mal eben, kaum in Deutschland, aus dem Nichts eine arabische Zeitung gegründet hat (ABWAB) und vielen seiner Kollegen damit ein Forum und eine Stimme gegeben hat, sondern auch, weil ich seine Beobachtungen hier in Deutschland oft kritisch und geistreich und mithin anregend finde.

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Gib mir einen Flüchtling!

Im Gegensatz zur von den Rechten als Gefahr für die Wirtschaft und das Gemeinwesen in Deutschland dargestellten Flüchtlingswelle, bei der das Land ihrer Meinung nach seine Tore für unzählige Arbeitslose öffnet, die nur auf Kosten des Steuerzahlers hier leben, entstanden auch viele neue Jobs für Deutsche und taten sich auf dem Arbeitsmarkt bisher unbekannte Arbeitsbereiche auf. Mit der Auflage von Projekten mit Flüchtlingsbezug, speziell auf dem Gebiet der “Bildung und Integrationshilfe“, startete so manche Organisation einen neuen Lebenszyklus. Wahrscheinlich wird niemand genau sagen können, wieviel Geld die entsprechenden Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Finanzierungsquellen für ihre Vorhaben eingeworben haben. Wie auch unbekannt sein dürfte, wie viele Spender ihre Steuerlast durch die Beteiligung an „wohltätigen“ Projekten zur Unterstützung der leidenden „bedauernswerten Armen“ verringert haben. Wir kennen die Zahl der Jobs nicht, die in letzter Zeit im Sektor „Flüchtlinge“ entstanden sind. Wie dieser Markt vor uns aussah und nach uns aussehen wird, können wir auch nicht wissen. Was wir aber wissen ist, dass dies alles in unserem Namen geschieht, im Namen der „angsteinflößenden Wilden“ in den Augen der Legionen von Rechten, der „bedauernswerten Armen“ für die Kolonnen von Sympathisanten und des „Neuen Marktes“ für die zahlreichen „gemeinnützigen“ Vereine.

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Diese Integration ist eine große Lüge!

Das Thema Integration wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Der Umgang mit dieser aktuellen Frage stützt sich jedoch meistens auf ein falsches Verständnis von Integration. Die Regierung hat ihre Auffassung von Integration, NGOs haben eine eigene Auffassung und die Flüchtlinge ebenfalls. Auf Seiten der Regierung herrscht bei diesem Thema so ein Durcheinander, dass die zuweilen von außen aufgezwungene „Eingliederung“ kläglich scheiterte. Und zwischen diesen beiden Begriffen – einer freiwilligen Integration und einer erzwungenen Eingliederung – besteht ein riesiger Unterschied. So konzentriert sich etwa die Politik der Regierung auf 600 Stunden Sprachkurs und 60 Stunden Orientierungskurs, als ob ein Abriss der Sprache und ein flüchtiger Blick auf die Kultur einen Menschen integriert.

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