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أرشيف الوسم : Flüchtling

Geflüchtete leben in der virtuellen Welt

Von. Khawla Dunia* Du bist ein Flüchtling! Welche Schwere diesem Wort doch anhaftet! Während die Syrerinnen und Syrer versuchen, ein neues Leben zu beginnen, gelingt es ihnen nur manchmal, dieser Schwere zu entkommen. Nicht entkommen können sie hingegen den Konsequenzen ihrer Flucht: Den großen Schwierigkeiten ihres Alltags und ihrer schlechten psychischen Verfassung. Halt suchen sie in der Beziehung zu Freunden und Familie – und zu all denen, die in den vergangenen sieben Jahren das Gleiche durchgemacht haben. Die Dinge getan und erlebt haben, die sie sich vorher niemals hätten vorstellen können. Der Verlust ihrer Häuser, ihrer Arbeit, ihrer Familien und ihrer Freunde. Und am Ende: Der Verlust ihrer Heimat, der schleichend kam. Oft werden wir von den Bildern und Videos, die im Sekundentakt in den sozialen Netzwerken geteilt werden, in das Leben der Anderen hineinversetzt. Aber sie sind nicht irgendwelche Anderen, sie sind unsere Spiegelbilder. Wie lächeln sie, wie trauern sie, wie leben sie ihr Leben? Es sieht aus wie ein normales Leben. Neidisch und niedergeschlagen fragen wir uns, wieso nicht auch wir einfach weiterleben können. Wie schaffen sie es, ihre Schwierigkeiten zu überwinden, während wir in ihnen versinken? Die Behandlung des Themas Flucht in der sozialen Medien hat uns traumatisiert, genauso wie sie jene traumatisiert, die uns aufgenommen haben. Wir haben die Anschuldigungen gelesen, die gegen uns vorgebracht werden: Teure Kleidung, moderne Smartphones und merkwürdige Haarschnitte. Bilder, mit denen in Abhängigkeit von der aktuellen Politik der Medien umgegangen wurde, und die letztlich das Bild des Elends, des Todes und der Zerstörung verdrängten. Wer sind wir wirklich, und wer sind diese Syrer, die beim Überschreiten der Grenzen so glücklich aussehen? Zunehmende Zahl der suicid gefährdeten Geflüchteten aus Syrien Statistiken der Weltgesundheitsorganisation belegen ein Ansteigen der Selbstmordrate unter Syrern nach 2011, insbesondere unter Geflüchteten, was zu den Zahlen des Bevölkerungsfonds der ...

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EXILLITERATUR: Von der Unschuld des Massengrabs

Von Lilian Pithan. Sprechende Massengräber, abservierte Superhelden und himmelblaue, durchlöcherte Unterhemden: Der neue Band des Lyrikers Hamed Abboud, der unter dem Titel Der Tod backt einen Geburtstagskuchen in der Schweizer edition pudelundpinscher erschienen ist, wimmelt nur so von schrägen Bildern. Abboud, 1987 im syrischen Deir ez-Zor geboren, lebt mittlerweile in Österreich. Von seinen ersten Wochen im Burgenland erzählt er in dem Text „Was wurde aus den Zugvögeln?“, der Szenen aus dem örtlichen Kiosk mit Reflexionen über geografische Entfernungen und Längenverhältnisse vermischt. Das Dorf, das zur neuen Heimat geworden ist, liegt nicht etwa am Ende der Welt, sondern „noch drei Meilen weiter“.

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Kultureller Respekt! Anfragen an den Zehn-Punkte-Plan von Thomas de Maizière

Von Cornelia Seng. Unter dem Titel „Leitkultur für Deutschland - was ist das eigentlich?“ hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière einen 10-Punkte-Plan in der BILD am SONNTAG vom 30.4.2017 vorgelegt. Er wolle damit zur Diskussion einladen, schreibt er. Das ermutigt mich zu offenen Anfragen. Im Oktober 2014 wurde die Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ gegründet als „Initiative von Christen für Flüchtlinge“. Mitglieder der beiden großen Kirchengemeinden sowie aller örtlichen Freikirchen unterstützen das Anliegen. Auch Vertreter aller im Stadtrat vertretenen Parteien außer der AfD arbeiten zum Teil sehr engagiert mit.

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Wir singen aus ganzer Seele gegen Tod, Krieg und Leid an

Von Dina Abol Hosn. „Mit unserem Gesang bieten wir Tod, Flucht und Leid die Stirn, denn wo immer syrische Frauen zusammenkommen, werden Hoffnung und Freude geboren.“ Mit diesen Worten beschreibt Raja Banout den Chor des von ihr gegründeten „Kulturforums Haneen“. Dessen Ursprung geht bereits auf das Jahr 2000 zurück, als Banout – damals noch in ihrer Heimat Syrien – verschiedene Frauengruppen gründete, um gemeinsam Yoga zu machen oder an kulturellen Events teilzunehmen.

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Wie ein Phönix aus der Asche

Von Wafa Sabih. Syrische Frauen haben es noch nie gutgehabt. Im Laufe der Geschichte fegten immer wieder zerstörerische Kriege über ihr Land hinweg. Das erste, was diese Kriege zerstören, sind die Gefühle und Würde der Frauen. Sie werden kaltblütig ermordet, verletzt und missbraucht, verlieren geliebte Menschen, leiden unter Angst, entwickeln psychische Störungen, werden in die Verzweiflung getrieben. Wie kann man heute über die Lebenswirklichkeit syrischer Frauen diskutieren? Kann man überhaupt über economic empowerment sprechen, wenn gleichzeitig Frauen in Gebieten, die außerhalb der Kontrolle des Assad-Regimes liegen, der Tod durch Fassbomben droht?

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Sündenböcke aus Marokko

Von Rochdi Elsaffi. In jüngster Zeit erlebten Europa und insbesondere Deutschland einen gewaltigen Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Diese Situation führte zum Kontrollverlust der zuständigen Behörden. In Deutschland war einerseits ein starker Anstieg des ehrenamtlichen Engagements zu beobachten. Gleichzeitig führte die Situation zum Erstarken von Rassismus und Xenophobie. All dies veranlasste die deutsche Regierung dazu, unbedachte politische Entscheidungen zu treffen, um die Krise zu entschärfen, die zornige Rechte zufriedenzustellen und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

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Vom Ende der Willkommenskultur

Von Martin Gerner. Der 9. Februar 2017 wird vielleicht einmal als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die deutsche Willkommenskultur, wie wir sie bisher kannten, endete. Nicht weil Hunderttausende engagierter Freiwilliger und Ehrenamtlicher ihre Hilfe und Arbeit für Flüchtlinge einstellten. Vielmehr ist Angela Merkel selbst mit ihrer Partei dabei, das Ruder herumzureißen. Die Chance auf eine vierte Kanzlerschaft erscheint als hinreichender Grund dafür. Aber auch sozialdemokratisch und grün regierte Länder drängt es, auf den sich ausbreitenden Populismus zu reagieren.

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Mein erstes Jahr als Flüchtling

Von Moufida Ankir. Wie konnte dieses Jahr einfach so vorübergehen wie alle anderen? Ein Jahr des Grübelns, des Exils und der Entfremdung. Ein Jahr voll Heimweh und Sehnsucht und ganz ohne Normalität. An diesem Tag gibt es nur Raum für die Erinnerung. Die Erinnerung an Basmane, an diesen Hof in Izmir, wo alle Platz fanden. Die einen blieben am Leben und die anderen starben. Die einen konnten ihr Haupt auf Kissen betten, die anderen schliefen auf dem Bürgersteig oder in einem alten Hotel, das besser für Fliegen als für Menschen geeignet war. Die einen mussten sich mit Sandwiches begnügen, die anderen hatten genug Geld, um im Restaurant zu essen. Diese Ruhe machte gleichzeitig Raum für Sättigung und Angst.

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Hussein Ghrer: Wir brauchen einen Aufstand aller anständigen Menschen

Am 28. Dezember 2016 veröffentlichte Julian Reichelt, der damalige Chefredakteur von Bild.de und jetzige Vorsitzende der BILD-Chefredaktion, einen Kommentar mit dem Titel "Wir brauchen einen Aufstand der anständigen Flüchtlinge". Hussein Ghrer, ein syrischer Blogger, antwortete darauf mit einem Leserbrief, der von der BILD-Zeitung nicht gedruckt wurde. Wir veröffentlichen in hier auf Arabisch und Deutsch.

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Die Wohnung meiner Träume

Von Fady Jomar. Zu guter Letzt, nach langem Warten, wurde ich als Mensch anerkannt. Die deutsche Regierung beschloss, mir eine Urkunde zu verleihen, die mir gestattet, mich für die Dauer eines ganzen Jahres auf deutschem Boden aufzuhalten. Ich habe sogar das Recht, mir eine Wohnung auszusuchen, in der ich leben kann. Ich liebe es zu planen und versinke häufig in Tagträumen. Das Jahr bis zur Entscheidung, die mich zum Menschen machte, spazierte ich durch die Straßen des Ortes, von dem die deutsche Regierung entschieden hatte, er sei für mich als Lebensmittelpunkt angemessen. Ich lief durch die Straßen der Dörfer und Städte in der Nähe, um die schönen Gegenden kennenzulernen, die vielleicht als Wohnort für mich in Frage kämen. Ich schaute in die Schaufenster der Möbelgeschäfte und begutachtete Haushaltsgeräte. Dabei hatte ich bereits mehrmals in Gedanken den Betrag ausgegeben, den ich als Starthilfe bekommen würde. Ich suchte nach den besten Angeboten, die zu meiner jeweiligen Laune passten. Einmal stellte ich mir das Dekor meiner Wohnung klassisch vor, mit hölzernen Leuchten und antiken Sesseln und Keramiktellern. Ein andermal wählte ich einen modernen Stil mit einer weichen Ledergarnitur und postmodernen Skulpturen. Warum auch nicht? Träume kosten nichts. Warum sollte ich nicht verschwenderisch leben wie ein britischer Prinz?

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