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أرشيف الوسم : Damaskus

EXILLITERATUR: Lieben vor und nach der Haft

Von Lilian Pithan. Als Dschawad nach 15 Jahren aus den Kerkern des syrischen Geheimdienstes entlassen wird, ist nichts so, wie es sich seine Geliebte Anat vorgestellt hatte. Ein halbes Leben hat sie auf diesen Mann gewartet, der wegen seiner Mitgliedschaft in einer kommunistischen Vereinigung verhaftet worden war. Jahrelang hat sie nur in Briefen mit ihm kommuniziert, die sie in lila Kerzen versteckt, in gefüllte Zucchini gestopft oder in das Futter eines alten Wintermantels eingenäht hat. Während Dschawad in den Händen seiner Folterknechte Höllenqualen erleiden muss, kümmert Anat sich um ihre an Krebs erkrankte Mutter Dschamila und erträgt die weinerlichen Gefühlsausbrüche ihres dichtenden Vaters Hassan.

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Auf meinem Balkon

Mein Haus in Damaskus hatte einen Balkon. Damals, als ich noch ein Haus hatte. Vom Balkon aus konnte man das Zanzalah-Feld sehen, an dessen Ende eine große Pappel wuchs. Dahinter war ein Hügel, auf dem eine Kaserne gebaut wurde. Hinter beiden ging der Mond auf und ich beobachtete jede Nacht, wie er ruhig über das Firmament wanderte. Von der Kaserne auf dem Hügel aus wurden jede Nacht Granaten abgefeuert. Sie trafen den Mond nicht, sondern stürzten auf den Balkon eines Hauses.

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Hab keine Angst, du bist kein Fremder

Von Fady Jomar. Hab keine Angst, du bist kein Fremder, denn hier sind alle Fremde. Das sagt Berlin seinen Besuchern. Eine Stadt der tausend Sprachen, Farben und Lieder. Berlin nimmt seine zahlreichen Bewohner und Besucher mit all ihren Eigenschaften in sich auf, an jeder Ecke erklingen Lieder: Musik aus Afrika, dem Nahen Osten und aus allen Ecken der Erde.

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Ein Nazi in Damaskus

In seinem neuen Roman "Auge des Orients", der im November 2016 in Beirut/Amman im Verlag des Arabischen Instituts für Studien und Publikationen erschienen ist, erzählt der syrische Autor Ibrahim Al-Jabin eine historische Kriminal- und Agentengeschichte zwischen Deutschland und Damaskus.

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Mit der Laute im Gepäck

Von Fady Jomar. Der Musiker und Arzt Wassim Mukdad wurde im Jahr 1985 in Leipzig geboren. An die vier Jahre, die er dort verlebte, kann er sich nicht erinnern. Nach der Wiedervereinigung ging seine Familie nach Syrien zurück, wo er begann, Oud zu spielen (eine Kurzhalslaute, die vor allem in den arabischen Ländern, in der Türkei und im Iran verbreitetet ist; AdR), und später Medizin studierte. Heute ist Mukdad als Flüchtling in sein Geburtsland zurückgekehrt, um einem Krieg zu entkommen, der ihm alle Türen vor der Nase zugeschlagen hat. Bis zur Abriegelung von Al Yarmouk, einem Flüchtlingslager für Palästinenser in Damaskus, arbeitete er dort ehrenamtlich als Arzt. Anschließend wurde er vom Regime von Baschar Al Assad und von der Al Nusra Front inhaftiert. Seine Energie als Musiker, Arzt und junger Mann, der von einem freien Heimatland träumte, war zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht. Gemeinsam mit seiner Frau, der Perkussionistin Berivan Ahmad, floh Mukdad in die Türkei, wo er zwei Jahre verbrachte. Als Oud-Spieler war er Teil verschiedener Gruppen und komponierte Musikstücke für seine türkisch-syrische Band Saba Barada. Nach einer harten Reise, die fast zwei Monate dauerte, kam Mukdad schließlich in Deutschland an. Nun lebt er in Berlin und wartet auf eine Aufenthaltserlaubnis, um sein Leben und sein Studium fortzuführen. Abwab hat mit Wassim Mukdad über seine Erfahrungen und Träume, über die Hindernisse auf dem Weg in ein neues Leben und über seine Hoffnungen gesprochen.

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Goethe-Institut: Damaskus im Exil

Von Lilian Pithan. Vor drei Jahren hat das Goethe-Institut in Damaskus seine Türen geschlossen. Seither klafft eine Wunde in der Erinnerung vieler Syrer und Deutscher, für die das Institut über Jahre hinweg ein Ort des befreiten intellektuellen Austauschs war. Um diese Leerstelle zu schließen, richtet das Goethe-Institut vom 20.10. bis 05.11. in Berlin den Projektraum „Damaskus im Exil“ ein, in dem der Faden wiederaufgenommen wird, der 2012 zerrissen ist. Schon am Eröffnungsabend erklärte die Theaterwissenschaftlerin Raniah Mleihi, die am Goethe-Institut in Damaskus Deutsch gelernt hat und mittlerweile als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen arbeitet: „Ich fühle mich so, als träfe ich meine Familie wieder!“ Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, ließ seine ganz persönlichen Erinnerungen an Damaskus und Aleppo Revue passieren und die Regisseurin Diana El-Jeroudi sprach dem zahlreich erschienen Berliner Publikum Mut zu: „Das Kunstschaffen in Syrien ist lebendig, auch das Volk ist daran beteiligt und das ist etwas Wertvolles.“ Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Nabil Arbaain, der zusammen mit den zwei Producern von Aananda traditionelle arabische Lautenmusik mit elektronischen Klängen verband.

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Ein Leben für die Laute

Von Ramy Al-Asheq. Der Komponist und Oud-Spieler Nabil Arbaain aus Syrien ist mit der ebenfalls aus Syrien stammenden Musikerin Helen Meerkhan verheiratet. Seine Frau studiert zurzeit in Portugal. Sechs Jahre lang war er in der Damaszener Kunstszene mit seiner Firma Kheima, was auf Deutsch „Zelt“ bedeutet, aktiv. Kheima half jungen, am Beginn ihrer Karriere stehenden Musikern, Kontakte zu knüpfen, um Bands zu gründen und Probenräume oder Bühnen für ihre Auftritte zu finden. Auch für die Produktion von Musikalben und deren Vertrieb in Syrien und im Ausland setzte Kheima sich ein. Nach einem Studium am Arabischen Institut für Musik in Damaskus setzte Arbaain seine Ausbildung bei so bedeutenden Lehrern wie Askar Ali Akbar, einem berühmten Oud-Lehrer an der Hochschule für Musik, fort. Die Oud ist eine arabische Laute, die im Nahen Osten, aber auch in der Türkei und dem Iran sehr verbreitet ist. Arbaain spielte zusammen mit verschiedenen Gruppen in Syrien, wie zum Beispiel mit Djaoua, die sich auf orientalische Musik und musikalische Balladen spezialisiert hat. Arbaain war ebenfalls Mitglied des Orchesters von Professor Adnan Al-Nablusi, das vor allem klassische Musik spielt. Außerdem gab er syrischen und ausländischen Schülern Oud-Unterricht.

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