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Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Die Genderproblematik ist in allen Ländern gleich, egal welchen Platz sie in der internationalen Rangordnung einnehmen. Frauenrechte sind schließlich universell und nicht auf bestimmte Länder beschränkt, wie einige derjenigen glauben, die sich mit Personalentwicklung, der gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Geschlechterdiskriminierung beschäftigen. So mancher gibt sich der Illusion hin, dass fortgeschrittene Länder mit einem hohen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungsstand die Diskriminierung zwischen den Geschlechtern bereits vollständig überwunden hätten. Doch die Realität sieht anders aus. Die Idee, diesen Artikel zu schreiben, kam mir, als ich im April an einer Konferenz in Luckenwalde in Brandenburg teilnahm, die sich mit der Situation von Flüchtlingen und den Problemen der Integration beschäftigte. Viele Entscheidungsträger des Bundeslandes und der Regierung waren anwesend. Dazu kam eine interessante Gruppe von Vertretern zivilgesellschaftlicher Einrichtungen, speziell solcher, die Flüchtlingen Dienstleistungen und Unterstützung anbieten. Die Diskussionen und Gespräche an insgesamt zehn runden Tischen zu jeweils einem bestimmten Thema mündeten in Empfehlungen und Vorschlägen. Zufällig war ich an dem Tisch gelandet, der sich dem Thema „Kinderkrippen und -gärten – Herausforderungen und Schwierigkeiten“ und allem, was damit zu tun hat, widmete.

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Brief an meine deutsche Freundin: Warum ich Deutschland hasse

Liebe Anke, du hast mir einen tadelnden Brief geschickt, in dem du mich erstaunt fragst: „Warum hasst du Deutschland so, Walaa? Ich lese deine Beiträge auf Facebook, von denen der elektronische Übersetzer das meiste nicht übersetzen kann. Aber das, was ich von den ironischen Texten und Fotos verstanden habe, macht mir deine große Freude über die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der vergangenen Europameisterschaft deutlich.” Dein Brief hat mich anfangs verwundert, aber nach kurzer Zeit fiel mir ein, dass ich dir einiges über uns erzählen muss. Über uns aus dem Nahen Osten – oder insbesondere aus Syrien, um diese Unklarheit gleich auszuräumen. Du sollst wissen, meine Liebe: Ich hasse Deutschland nicht und die Deutschen natürlich auch nicht. Ich bin viel zu einfach gestrickt, um wirklich zu hassen. Selbst wenn ich wütend bin, dann ist diese Wut gegen jede Demütigung, die ich erlebe oder beobachte, gerichtet. Das ist meine Art, mit all den Konflikten, die aus der Einteilung von Menschen in Dualismen resultieren, umzugehen: Weiß und Schwarz, Ost und West, Gastgeber und Flüchtling… Ich werde sogar wütend, wenn ich mit meinen Landsleuten über die Lage in unserem Land streite. Die ganze Welt ist darin verwickelt und richtet ein Blutbad an, das wirklich schockierend ist. Und das mich dazu veranlasst, das heutige Datum nachzuprüfen, um mich zu vergewissern, dass wir nicht im Mittelalter leben! Obwohl ich erst vor Kurzem einen datierten Brief erhalten habe, muss ich den Zeitpunkt überprüfen.

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Wie säkular ist der deutsche Staat?

Von Lilian Pithan. Als sich im Juli ein Abiturient der Kurt-Tucholsky-Schule in Hamburg weigerte, seiner Lehrerin die Hand zu geben, und dies mit seinem muslimischen Glauben begründete, ging es in den deutschen Medien einige Tage lang hoch her. Debattiert wurde über Höflichkeit und Frauenrechte, den Respekt vor religiösen Werten und die Rolle des Islam in Deutschland. Politisiert wurde die Debatte vor allem durch den Umstand, dass der Konflikt an einer deutschen Schule stattfand. Diese seien staatliche Einrichtungen und der deutsche Staat sei säkular. Religion habe dort also nichts zu suchen, argumentierten einige. Ganz so einfach lässt sich die „Handschlag-Debatte” aber nicht auflösen: Schließlich findet deutschlandweit an staatlichen Schulen Religionsunterricht staat. Die CDU trägt als große deutsche Volkspartei das „Christliche” im Namen. Und wer beim Finanzamt als Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche gemeldet ist, muss jedes Jahr Kirchensteuer zahlen.

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Antwort auf Isabel Schayani: Die Integration ist ein Bedürfnis und kein Angebot

Von Ramy Al-Asheq. Ich möchte mich zunächst bei Isabel Schayani für ihre Gegenrede bedanken, weil sie einen Raum für Dialog eröffnet. Wie wir alle wissen, liegt die Wahrheit in der Mitte. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich Frau Schayani respektiere und Freundschaft für sie empfinde. Trotz unserer Meinungsverschiedenheiten haben wir keine persönlichen Differenzen. Jedoch ist mir klar, dass es viele Punkte in meinem Artikel gibt, die falsch interpretiert wurden. Deshalb werde ich die problematischen Punkte noch einmal erklären. Weiterhin werde ich versuchen, Frau Schayani auf die Fehler in ihrer Gegenrede aufmerksam zu machen. Doch zuerst möchte ich mich entschuldigen, dass meine Antwort zu spät kam. Dies liegt daran, dass Frau Schayani ihre Gegenrede auf Deutsch geschrieben und sie zusammen mit meinem aus dem Arabischen übersetzten Artikel veröffentlicht hat. So habe ich ihre Gegenrede erst kürzlich lesen können.

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Gegenrede: Integration ist ein ehrliches Angebot

"Diese Integration ist eine große Lüge", lese ich im Titel, und der erlaubt es mir nicht, zu diesem Text zu schweigen. Denn diese Aussage ist meiner Meinung nach nicht nur falsch, sie ist vor allem kontraproduktiv. Vorweg muss ich sagen, dass ich die Gedanken und Texte von Ramy Al-Asheq schätze. Nicht nur, weil er, der Dichter, Schreiber, Poet und Macher, mal eben, kaum in Deutschland, aus dem Nichts eine arabische Zeitung gegründet hat (ABWAB) und vielen seiner Kollegen damit ein Forum und eine Stimme gegeben hat, sondern auch, weil ich seine Beobachtungen hier in Deutschland oft kritisch und geistreich und mithin anregend finde.

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Warten auf den Gang zur Wahlurne

Von Fady Jomar. Parlamentswahlen oder, wie sie in Syrien hießen, „Wahlen zum Volksrat“, waren niemals etwas, dem der einfache Bürger des Landes besonderes Interesse schenkte. Denn über die Jahrzehnte setzte sich bei ihm die Überzeugung fest, dass die Wahlsieger schon feststanden, bevor die Kandidaten überhaupt gekürt waren, und dass diese dann lediglich als Claqueure für „historische Reden“ dienten. Keiner von ihnen hätte in der schlechten Lebenslage der Syrer je etwas vorangebracht oder verlangsamt. Der Wahlkampf, sofern er diese Bezeichnung überhaupt verdiente, bestand lediglich aus Lobgesängen, Redefestivals und Trommelwirbel. Der Wähler in Syrien bekam niemals ein tatsächliches Wahlprogramm oder klare Pläne konkurrierender Kandidaten vorgelegt, um eine seinen Überzeugungen und Interessen entsprechende Wahl treffen zu können.

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Syrien: Flüchtlinge und ISIS

Dem Rat meiner Lehrerin folgend höre ich als Teil meiner zähen Versuche, Deutsch zu lernen, beflissentlich deutsche Radiosender und da besonders die Nachrichten. Obwohl ich das meiste von dem, was gesagt wird, nicht verstehe, da ich mich noch im Anfangsstadium befinde, gelingt es mir dennoch meistens, einige mir bereits bekannte „Schlüsselwörter“ aufzuschnappen und so den Gegenstand der jeweiligen Nachricht zumindest zu erahnen und manchmal sogar zu verstehen. Dank dieses Radiospiels fällt es mir nicht mehr schwer, aus der Häufigkeit und der Länge oder Kürze der entsprechenden Nachrichten zu erkennen, inwieweit sich die deutschen Medien mal mehr und mal weniger für Meldungen aus Syrien und über Syrer interessieren. Was mich beim monatelangen Nachrichtenhören allerdings wirklich geärgert hat, ist die Tatsache, dass alle deutschen Rundfunksender die mit Syrien zusammenhängenden Meldungen zumeist ausschließlich auf zwei ständig wiederkehrende Begriffe reduzieren: „Flüchtlinge“ und „Daesh/ISIS“. Da geht der ursprüngliche Grund für das ganze Unglück, nämlich Assad und seine Diktatur, fast unter.

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Haben Sie sich integriert?

Sie müssen sich integrieren! So habe ich es in den Medien, von Einwohnern dieses Landes, von Freunden und Fremden gehört. Ich habe mir Gedanken gemacht, den Kopf zermartert: Wie soll ich mich bloß integrieren? Mit wem muss ich mich integrieren? Was bedeutet eigentlich dieses Wort „Integration“, das ich immer wieder zu hören bekomme, ohne wirklich zu wissen, was es bedeutet! Ich beschloss also, mich zu integrieren. Aber erstmal musste ich unbedingt noch die Fragen, die mich beschäftigten, beantwortet haben. Ich begab mich auf die Suche nach der Bedeutung des Begriffs „Integration“ und fand heraus, dass Integration in der Soziologie einer von vier Begriffen ist, welche die mögliche Art und Weise der Interaktion des Menschen mit der für ihn neuen Gesellschaft beschreiben.

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Gib mir einen Flüchtling!

Von Ramy Al-Asheq. Im Gegensatz zur von den Rechten als Gefahr für die Wirtschaft und das Gemeinwesen in Deutschland dargestellten Flüchtlingswelle, bei der das Land ihrer Meinung nach seine Tore für unzählige Arbeitslose öffnet, die nur auf Kosten des Steuerzahlers hier leben, entstanden auch viele neue Jobs für Deutsche und taten sich auf dem Arbeitsmarkt bisher unbekannte Arbeitsbereiche auf. Mit der Auflage von Projekten mit Flüchtlingsbezug, speziell auf dem Gebiet der “Bildung und Integrationshilfe“, startete so manche Organisation einen neuen Lebenszyklus. Wahrscheinlich wird niemand genau sagen können, wieviel Geld die entsprechenden Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Finanzierungsquellen für ihre Vorhaben eingeworben haben. Wie auch unbekannt sein dürfte, wie viele Spender ihre Steuerlast durch die Beteiligung an „wohltätigen“ Projekten zur Unterstützung der leidenden „bedauernswerten Armen“ verringert haben. Wir kennen die Zahl der Jobs nicht, die in letzter Zeit im Sektor „Flüchtlinge“ entstanden sind. Wie dieser Markt vor uns aussah und nach uns aussehen wird, können wir auch nicht wissen. Was wir aber wissen ist, dass dies alles in unserem Namen geschieht, im Namen der „angsteinflößenden Wilden“ in den Augen der Legionen von Rechten, der „bedauernswerten Armen“ für die Kolonnen von Sympathisanten und des „Neuen Marktes“ für die zahlreichen „gemeinnützigen“ Vereine.

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Diese Integration ist eine große Lüge!

Von Ramy Al-Asheq. Das Thema Integration wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Der Umgang mit dieser aktuellen Frage stützt sich jedoch meistens auf ein falsches Verständnis von Integration. Die Regierung hat ihre Auffassung von Integration, NGOs haben eine eigene Auffassung und die Flüchtlinge ebenfalls. Auf Seiten der Regierung herrscht bei diesem Thema so ein Durcheinander, dass die zuweilen von außen aufgezwungene „Eingliederung“ kläglich scheiterte. Und zwischen diesen beiden Begriffen – einer freiwilligen Integration und einer erzwungenen Eingliederung – besteht ein riesiger Unterschied. So konzentriert sich etwa die Politik der Regierung auf 600 Stunden Sprachkurs und 60 Stunden Orientierungskurs, als ob ein Abriss der Sprache und ein flüchtiger Blick auf die Kultur einen Menschen integriert.

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