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EXILLITERATUR: Nemat Khaled

Von Lilian Pithan. Nadia liebt Djalal, aber irgendwie will das mit den beiden nicht so richtig klappen. Beide leben im Jarmuk-Camp in Damaskus, das über die Jahre hinweg von einem palästinensischen Flüchtlingslager zu einem normalen Stadtviertel geworden ist. Während ihre Liebe tiefer wird, machen sie Karriere als Journalisten und verwickeln ihre Freunde in politische Diskussionen. Doch Djalal betrügt Nadia mit der gemeinsamen Bekannten Mariam und entschließt sich endlich, Damaskus ganz zu verlassen. Wäre da nicht Hassna, die längst verstorbene Großtante Nadias, hielte diese sicher nicht so lange an ihrer unerfüllten Liebe fest. Hassna spukt durch den gesamten Roman, aber nicht als konventioneller Geist, sondern als Erinnerung oder Geschichte, die Nadia keine Ruhe lässt.

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Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt

Das sind glückliche Zeiten! Täglich verlasse ich das Haus in Begleitung meiner neuen Freundin. Ich sage nicht „meiner Besitzerin“, denn unsere Beziehung geht über das „Besitzen“ oder das „jemandem Gehören“ hinaus. Aber ich habe mich noch gar nicht vorgestellt: Ich bin das Fahrrad von Reem. Vielleicht hat sie mich zu ihrer Freundin gemacht, weil sie in einem norddeutschen Städtchen ohne regelmäßige Bus- und Bahnverbindung lebt. Gemeinsam können wir in einer Stunde jedes Eckchen von Lübtheen erreichen!

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Abdulrahman Abbasi: Ich nehme Rassismus persönlich

Von Ramy Al-Asheq. Abdulrahman Abbasi, 22 Jahre alt, studiert Zahnmedizin an der Universität Göttingen. Mit seinem Freund Allaa Faham gründete er die Facebook-Page "German Life Style", auf der die beiden selbst produzierte Videoclips in deutscher und arabischer Sprache veröffentlichen. Ihr Anliegen ist es, Rassismus zu bekämpfen und Neuankömmlingen das Einleben in Deutschland erleichtern.

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Hussein Ghrer: Wir brauchen einen Aufstand aller anständigen Menschen

Am 28. Dezember 2016 veröffentlichte Julian Reichelt, der damalige Chefredakteur von Bild.de und jetzige Vorsitzende der BILD-Chefredaktion, einen Kommentar mit dem Titel "Wir brauchen einen Aufstand der anständigen Flüchtlinge". Hussein Ghrer, ein syrischer Blogger, antwortete darauf mit einem Leserbrief, der von der BILD-Zeitung nicht gedruckt wurde. Wir veröffentlichen in hier auf Arabisch und Deutsch.

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Isabel Eichenlaub: In der Sprache der Musik gibt es keine Missverständnisse

Isabel Eichenlaub

Von Abd Alrahman Alqalaq. Isabel Eichenlaub ist nicht nur eine Musikerin, die außergewöhnliche Ausdrucksformen findet, sondern auch eine Cellistin, durch deren Spiel man die tiefe Bedeutung der Musik erleben kann. Besonders deutlich zeigt sich das, wenn sie in Schifferstadt den luxuriösen Orchestersaal verlässt, um Konzerte mit Geflüchteten und für Geflüchtete zu machen.

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Tür auf für Journalistinnen

Von Lilian Pithan. Als ABWAB im Dezember 2015 gegründet wurde, war klar: Es muss auf jeden Fall eine „feministische Tür“ geben, also einen Zeitungsteil, der sich mit Frauenrechten auseinandersetzt. Knapp ein Jahr später wollen wir etwas Neues ausprobieren und öffnen die feministische Tür sperrangelweit: Das aktuelle Heft wurde ausschließlich von Frauen gemacht, unter der Chefredaktion der syrischen Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan.

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Arabische Filme bei der Berlinale ausgezeichnet

Von Lilian Pithan. Drei wichtige Preise der 67. Berlinale gehen an Filme aus der arabischen Welt. „Ghost Hunting“ von Raed Andoni erhält den erstmals verliehenen Glasshütte Original Dokumentarfilmpreis. Der Audi Short Film Award geht an Karam Ghossein für „Street of Death“ und „Insyriated“ von Philippe Van Leeuw wird mit dem Panorama Publikums-Preis ausgezeichnet.

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Newton: Zwischen Demokratie und Wirklichkeit

© Drishyam Films

Von Lilian Pithan. Wie organisiert man Wahlen in der größten Demokratie der Welt? In "Newton", der im Forum der diesjährigen Berlinale läuft, lässt Amit V. Masurkar seinen gleichnamigen Protagonisten durch den indischen Dschungel stapfen, um mitten im Nirgendwo freie und gerechte Wahlen abzuhalten. Doch Newton hat die Rechnung ohne korrupte Armeeoffiziere, gewaltbereite Maoisten und desinteressierte Adivasi gemacht.

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EXILLITERATUR: Abbas Maroufi

Von Lilian Pithan. Mit was hat es nur alles angefangen? Diese Frage, auf die es eine, keine oder auch hunderte Antworten gibt, treibt Madjid Amani seit Jahren um. Vom Fenster seines Zimmers in einer Aachener Nervenheilanstalt aus beobachtet er in Abbas Maroufis Roman Fereydun hatte drei Söhne die anderen Insassen, schmirgelt in der Werkstatt an einem hölzernen Kerzenständer herum, verreibt Spucke auf seinem Schuh und empfängt seine wenigen verbliebenen Freunde, mit denen er hitzige politische Debatten führt. Madjid, seit vier Jahren in diesem „historischen Winkel“ gefangen, ist nicht irgendwer: In den 1970er-Jahren unterstützt er die iranische Revolution, ist überzeugter Kommunist und für seine flammenden Reden bekannt.

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In den Tiegel geschaut

Von Farah Youssef. Für jede junge Frau kommt irgendwann die Zeit, in der sie ihr kosmetisches Können unter Beweis stellen muss. Dann wird sie den Nutzen all der Video-Tutorials erkennen, die sie angesehen, aber nicht in die Tat umgesetzt hat. Aus welchem Anlass aber wird eine junge Frau wie ich dicke Schichten von Make-Up tragen, um einen „natürlichen Look“ vorzugaukeln? Habe ich dir nicht gesagt, dass ich fünf Kriegsjahre mit all ihrem Schrecken durchlebt und mein Make-Up zweimal in Trauer entfernt habe? Gut, dann werde ich es dir jetzt sagen: Ich bin Farah, habe fünf Kriegsjahre mit all ihrem Schrecken durchlebt und mein Make-Up zweimal in Trauer entfernt. Und jetzt lass uns wieder zum Thema kommen.

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